Riegger, Andersorte: Häuser der Religionen

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Andersorte: Häuser der Religionen XIV - 5.1.2.8 Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 82. EL 2024 1 ZusammenfassungZusammenfassung Moderne Gesellschaften, Religionen und Kulturen kennzeichnen Transfor- mationen und Vielfalt. Einen positiven Umgang damit können Häuser der Religionen leisten. Diese werden als Heterotope konzipiert und erläutert, indem das didaktische Profil einer entsprechenden religiös-kulturellen Bil- dung skizziert und umfassend konkretisiert wird. SchlagwörterSchlagwörter Häuser der Religionen, Heterotop, Bildung, Lernen XIV - 5.1.2.8 Andersorte: Häuser der Religionen. Heterotope religiös-kultureller Bildung [Houses of Religions. Heterotopia of Religious- Cultural Education] Manfred Riegger Submitted July 27, 2024, and accepted for publication September 13, 2024 Editor: Maike Maria Domsel SummarySummary Modern societies, religions and cultures are characterized by transforma- tions and diversity. Houses of Religions can provide a positive way of dealing with this. These are conceived and explained as heterotopias by outlining and comprehensively concretizing the didactic profile of a corresponding religious-cultural education. KeywordsKeywords Houses of Religions, Heterotopia, Education, Learning --- Seite 1 Ende --- XIV - 5.1.2.8 Andersorte: Häuser der Religionen 2© Westarp Science Fachverlag Einleitung Plurale Gesellschaften kennzeichnen religiöse und kulturelle Transforma- tionen, die Vielfalt und Heterogenität mit sich bringen. Häuser der Religi- onen (HdR) können einen positiven Beitrag zum Umgang mit wachsender religiös-kultureller Heterogenität leisten, und zwar durch inter- bzw. transre- ligiöse und inter- bzw. transkulturelle Bildung sowie darauf bezogenes Ler- nen. Die HdR sind neue, ungewohnte Orte, Andersorte des Miteinanders der Religionen und Kulturen. Nach einer knappen Ist-Analyse (1) entwickle ich HdR konzeptionell als Heterotope (2) mit einem spezifischen Profil religiös- kultureller Bildung (3). Vor dem Hintergrund einer Differenzhermeneutik in Überschneidungssituationen (4) werden bildungsrelevante Gestalten und Gestaltungen veranschaulicht (5). 1  Häuser der Religionen und Lernen sowie Bildung Häuser der Religionen oder vergleichbare Zentren gibt es bereits in Bern, Han- nover, Stockholm, New York und Taipei. In Berlin wurde mit dem Bau des „House of One“ begonnen. Planungen bzw. erste Umsetzungen für Zentren zur Begegnung zwischen verschiedenen Religionen laufen in Wien, München, London, Jerusalem und Abu Dhabi. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht anfangs meist die Raumproduktion, also die Gebäude und ihre Architektur als Orte möglicher Begegnungen. In einem zweiten Schritt geht es immer auch um Leben und Glauben in diesen Räumen. Hinter den Projekten steht zudem ein inter- bzw. transreligiöser Anspruch: In der religiös-kulturellen Diversität und Heterogenität einer Stadtgesellschaft will man zeigen, wie friedlich mit- einander gelebt werden kann. 1 Das damit zusammenhängende theologische Potenzial 2 wird hier in religionspädagogischer Zuspitzung herausgearbeitet. 1.1  Religion(en) Bereits die unterschiedlichen Benennungen der Projekte lassen eine Vielzahl von Ideen und Konzepten erahnen: „Interreligiöse Räume/Häuser“, „Räume/ Häuser der Religionen“, „Räume/Häuser der Religionen und Kulturen“, „Räu- me/Häuser der Stille“ und das englische „Multifaith-Spaces“ . Im Alltag wird unter Religion oft eine historisch-konkrete Religion, ein „System von Glau- benssätzen“ und „Modellen gelingender Lebensführung“ verstanden. 3 Es geht um objektive, gelehrte Religion, d.  h. um Glaubensinhalte (engl. beliefs ) un d Wahrheiten, die durchaus kulturell geprägt sind. In unserer postsäkularen Ge- sellschaft verändert sich Religion; denn es gibt Religionen nur im Plural. 4 Hier
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