Schulpastoral/Schulseelsorge XIV - 5.1.1.2
Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 83. EL 2025 1
ZusammenfassungZusammenfassung
Im humanwissenschaftlichen Kontext wird Resilienz im Sinne einer inne-
ren Widerstandskraft, Belastbarkeit und Elastizität verstanden, die es er-
möglicht, auch große Lebenskrisen und Schwierigkeiten gut überstehen zu
können. Schulpastoral/Schulseelsorge haben sich in den letzten Jahrzehnten
zu einer wichtigen Form der Präsenz der Kirchen in der Schule entwickelt.
Dieses recht junge kirchliche Handlungsfeld steht im Schnittfeld von Schu-
le als Handlungsort, dem kirchlichem Auftrag und der Freiwilligkeit des
Angebots. Schulpastoral versteht sich als ein diakonischer Beitrag zu einer
humanen Schulkultur. Es kann aufgezeigt werden, dass die Schulseelsorge
die Entwicklung von Resilienz unterstützen kann.
SchlagwörterSchlagwörter
Freiwilligkeit, humane Schulkultur, kirchliches Engagement, Schulpastoral/
Schulseelsorge, Religion, Resilienz
XIV - 5.1.1.2 Schulpastoral/Schulseelsorge als resilienz-
förderliches religiöses Handlungsfeld
[School pastoral care/school chaplaincy as a field
of religious action that promotes resilience]
Angela Kaupp
Submitted August 23, 2024, and accepted for publication November 25, 2024
Editor: Maike Maria Domsel
SummarySummary
In the context of human science, resilience is understood in the sense of an
inner resistance, resilience and elasticity that makes it possible to survive
even major life crises and difficulties. Pastoral care in school has developed
into an important form of church presence in schools in recent decades. This
relatively young field of church activity is at the intersection of the school as
a place of action, the church’s mission and the voluntary nature of its offers.
Pastoral care in school sees itself as a diaconal contribution to a humane
school culture. It can be shown that pastoral care in school can support the
development of resilience.
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XIV - 5.1.1.2 Schulpastoral/Schulseelsorge 2© Westarp Science Fachverlag
1 R
„Der Begriff Resilienz leitet sich vom lateinischen resilire (für zurückspringen
oder abprallen) ab. Ursprünglich war damit die physikalische Fähigkeit eines
Körpers gemeint, nach Veränderung der Form wieder in seine Ursprungsform
zurückzuspringen.“
1
Im humanwissenschaftlichen Kontext wird Resilienz im
Sinne einer inneren Widerstandskraft, Belastbarkeit und Elastizität verstanden,
die es ermöglicht, auch große Lebenskrisen und Schwierigkeiten gut überste-
hen zu können. Diese Schwierigkeiten können biologisch, psychologisch oder
psychosozial sein. Das Gegenstück zu Resilienz ist „Vulnerabiltät“, welche die
„Verwundbarkeit, Verletzbarkeit oder Empfindlichkeit einer Person gegenüber
äußeren (ungünstigen) Einflussfaktoren [kennzeichnet]“
2
.
Zur Geschichte und den verschiedenen Resilienzmodellen wird auf weiterfüh-
rende Literatur verwiesen.
3
Im Rahmen dieses Artikels wird das von Kumpfer
entwickelte „Rahmenmodell der Resilienz“ in der Modifizierung von Cori-
na Wustmann zugrunde gelegt.
4
Das Modell versucht, die Komplexität der
Phänomene durch Einbezug forschungstheoretischer Grundlagen möglichst
anschaulich darzustellen.
5
Resilienz wird als Prozess verstanden, in dem folgende Dimensionen für die
Entwicklung der Resilienz bedeutsam sind:
•
der akute Stressor, der den Resilienzprozess auslöst (Bedrohung)
• die Umweltbedingungen (risikoerhöhende/risikomildernde Faktoren in
der Umwelt)
• personale Merkmale (Kompetenzen und Fähigkeiten des Kindes, die für
die Bewältigung der Situation förderlich sind)
• das Entwicklungsergebnis (Anpassung/Fehlanpassung)
Als Transaktionsprozesse gelten •
das Zusammenspiel zwischen Person und Umwelt
• das Zusammenspiel von Person und Entwicklungsergebnis
KeywordsKeywords
Voluntariness, humane school culture, church commitment, pastoral care/
school counselling, religion, resilience
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Der vollständige Artikel umfasst 17 Seiten
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