Tiere und Gott: Theologisieren im Unterricht XIII - 16.3
Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 88. EL 2026 1
ZusammenfassungZusammenfassung
Der vorliegende Beitrag entwirft ein Programm des Theologisierens mit
Kindern bzw. Jugendlichen zum Themenkomplex „Tiere und Gott“ für den
Lernort Schule. Entlang der Differenzierung einer Theologie von , für und
mit werden eine theoretische Verortung sowie praktische Konkretisierung
vorgenommen, um ein tiersensibles Theologisieren in religiösen Lernpro-
zessen anzuregen. Dabei werden auch Aufgaben und Herausforderungen für
den Religionsunterricht sichtbar.
Schlagwörter
Religionspädagogik, Religionsdidaktik, Theologisieren mit Kindern/Ju-
gendlichen, Tiere, Tiertheologie, Gotteskonzepte
XIII - 16.3 Tiere und Gott: Theologisieren im Unterricht
[Animals and God: Theologizing in the
classroom]
Eva Stögbauer-Elsner
Submitted August 13, 2025, and accepted for publication March 03, 2026
Editor: Maike Maria Domsel
SummarySummary
This article outlines a program for theologizing with children and youths on
the subject of “animals and God”. Based on the distinction between theology
of, for, and with, it provides a theoretical framework and practical examples
to encourage animal-sensitive theology in religious education. It also high-
lights the tasks and challenges involved in teaching religion.
KeywordsKeywords
religious education, didactics of religion, theologizing with children/youths,
animals, animal theology, conception of god
--- Seite 1 Ende ---
XIII - 16.3 Tiere und Gott: Theologisieren im Unterricht 2© Westarp Science Fachverlag
1 Verortung und Begrenzung
Die nachfolgenden Überlegungen sind in mehrfacher Hinsicht perspektivisch.
Als Theologin und damit als religiöse Spezialistin (H.-J. Greschat) bewege ich
mich im Denkraum einer christlichen Theologie und folglich innerhalb eines
bestimmten religiösen Wissensbestandes; dieser Ordnungsraum ist deutlich
anthropozentrisch und eurozentrisch geprägt. Im Weiteren ist der Bezugsraum
der Human-Animal Studies weder voraussetzungsfrei noch rein deskriptiv;
so gesteht auch dieser Beitrag „nichtmenschlichen Tieren einen intrinsischen
Wert zu und sieht sie als Individuen mit eigenen Erfahrungen und Interes-
sen, […] versucht, eine rein anthropozentrische Perspektive zu überwinden
und […] eine tiernahe Perspektive einzunehmen“
1
. Und schließlich begrenzt
sich der Beitrag auf das Programm eines Theologisierens mit Kindern bzw.
Jugendlichen, das in der (christlichen) Religionspädagogik als leistungsfähi-
ges Konzept für religiöses Lernen beurteilt wird, insofern Sache und Subjekt
als gleichberechtigte Gesprächspartner prozessorientiert und ergebnisoffen in
Dialog treten.
2
Theologisieren als Programm
Maßnehmend an der Differenzierung der Kindertheologie in drei Dimensio-
nen (Theologie von , für, mit)
2
, die innerhalb der Religionspädagogik breiten
Konsens gefunden hat, sowie bei den Rollen einer Lehrkraft beim theologi-
sierenden Gespräch (aufmerksame Beobachterin, begleitende Expertin, sti-
mulierende Gesprächspartnerin)
3
entwirft der Hauptteil in konzeptioneller
Absicht Leitlinien zu einem Theologisieren, das nichtmenschliche Tiere in
den Mittelpunkt stellt. 2.1
Theologierelevante Sichtweisen der Schülerinnen und Schüler auf Tiere
erkunden
Kinder und Jugendliche kommen mit Vorstellungen über Tiere in den Unter-
richt, die einerseits gesellschaftlich und andererseits durch eigene Erfahrungen
geprägt sind. Diese Konzepte, die möglicherweise religiös grundiert sein kön-
nen, gilt es bei einer Theologie von aufmerksam wahrzunehmen.
2.1.1
Dominierende Denkmuster und individuelle Sichtweisen
Es ist anzunehmen, dass Heranwachsende an gesellschaftlich vorherrschen-
den Denkmustern teilhaben, wobei nicht auf der Hand liegt, wie sie diese im
✂️ Ende der Leseprobe ✂️
Der vollständige Artikel umfasst 15 Seiten
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