Fritsch-Oppermann, Fabian Völker: Philosophie der Nondualität. Religionshistorische Einordnung und philosophische Kritik der Buddhismusinterpretation David R. Loys.

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Rezension XVI - 7.7 Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 85. EL 2025 1 XVI - 7.6 Fabian Völker: Philosophie der Nondualität. Religionshistorische Einordnung und philosophische Kritik der Buddhismus- interpretation David R. Loys. Sybille C. Fritsch-Oppermann Fabian Völker war u. a. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Re- ligionswissenschaft und Interkulturelle Theologie der Universität Münster. Derzeit arbeitet und lehrt er, mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Philosophie, am Institut für Interkulturelle Religionsphilosophie der Universität Wien. Zu seinen Forschungsfeldern gehören schwerpunktmäßig Buddhismus und Hindu- ismus, aber auch Jainismus und Sikkhismus und vor allem die Interkulturelle Philosophie und Transzendentalphilosophie. Der Titel des von Fabian Völker vorgelegten Kompendiums ist so akkurat und zielführend wie seine gesamte Darstellung und auch die einzelnen Ar- gumentationsgänge. Am Beispiel von David R. Loy, einem zeitgenössischen renommierten buddhistischem Autor mit westlichem Hintergrund, widmet sich das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage eines modernen westli- chen Buddhismus und seines Beitrages zu transzendentalphilosophischen und ethischen Fragen der Gegenwart. Letzterer wird zu Recht unter den Terminus „Philosohie der Nondualität“ subsumiert. Völker gelingt es allerdings, sowohl durch die religionshistorische Einordnung als auch durch eine kluge transzen- dentalphilosophische Kritik der Buddhismusinterpretation Loys und dessen daraus folgenden Handreichungen für eine interkulturelle bzw. buddhistisch- christliche Gegenwartsethik, die Frage einer nicht im Dualistischen verhafteten Philosophie im Dialog neu aufzugreifen. Die Leser und Leserinnen – und hof- fentlich auch die mit diesem Buch arbeitenden Studierenden etc. – bekommen Fabian Völker Philosophie der Nondualität. Religionshistorische Einordnung und philosophische Kritik der Buddhismusinterpretation David R. Loys Verlag Karl Alber 2020 888 Seiten, Hardcover ISBN 978-3495491409 EUR 94,00 Editor: Udo Tworuschka --- Seite 1 Ende --- XVI - 7.7 Fabian Völker: Philosophie der Nondualität 2© Westarp Science Fachverlag nicht nur einen trotz allen Detailwissens allgemeinverständlichen Überblick über die Geschichte des Buddhismus und die Entwicklungslinien einer non- dualistischen Philosophie innerhalb desselben, sondern auch eine Kritik, be- sonders der westlichen Interpretationen und Adaptionen dieser buddhistischen Besonderheit, die immer wieder auf Analogien im westlichen philosophischen Denken zurückgreift. So wird deutlich, dass die philosophischen Auseinander- setzungen mit der Problematik eines rein dualistischen Denkens die Frage nach einer nondualistischen Wirklichkeitsdeutung und Wahrheitsfindung durchaus kennen und reflektieren, gleichzeitig schlägt Völker aber einen in westlicher und buddhistischer Philosophie begründeten transzendentalphilosophischen Ansatz vor, der den Buddhismus Loys (bzw. Dogens) wegen seines offenen Transzendenzverlustes kritisiert. Aus letzterem folgt nämlich, so Völker, ein „leerer Phänomenalismus“ mit allen seinen philosophischen Schwächen, auch einer überzogenen Lancierung postmodernistischer Reduktionismen als ge- nuin buddhistisch. Damit ist dann auch das Grundlegende seiner Kritik an Loy bereits grob zu- sammengefasst: Loy beansprucht mit einer an unterschiedliche religiöse Traditionen anknüp- fenden interreligiösen Grundlegung einer Philosophie der Nondualität eine rein phänomenologische und empirische Wirklichkeitsdeutung, vor deren Hinter- grund er zugleich eine auf die konkreten Herausforderungen der Gegenwart abzielende Sozial- und Umweltethik etabliert. Diese birgt meines Wissens au- ßerdem die Gefahr eines Abgleitens nondualistischer Ansätze in reinen Monis- mus und, so wiederum Völker, eine extreme Spielart des Nihilismus. Mit seiner Kritik an Dogen, Nishitani und, auf ihnen basierend eben auch Loy, führt er uns mitten hinein in eine, wenn nicht die, zentrale Problematik innerhalb der buddhistischen Philosophie, wie Leerheit und Buddha-Natur zu verstehen sind. Den Weg Loys lehnt Völker unter Berufung auf frühere und zeitgenössische buddhistische Quellen der Primär- und Sekundärliteratur, auch und gerade aus innerbuddhistischer und transzendentalphilosophischer Perspektive im Namen der Notwendigkeit einer Affirmation realer Substanz, (skt. dravyasat; chin. shíyǒu; jp. Jitsuu), eines letzten unveränderbaren Grundes ab. Neben einer umfassenden chronologischen Einordnung und systematischen Analyse von Loys Denken, gibt Völker auch einen Überblick über die Be- wegung des sozial engagierten Buddhismus mit den Themenfeldern Mystik, Transpersonale Psychologie, Psychohistorie, Tiefenökologie und Buddhistische Wirtschaftslehre. Vökers eigener Ansatz wird erneut und besonders dann deutlich. Er fordert eine transzendentalphilosophische Verankerung auch jeder philosophischen
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