Die Schönheit der Leere XIV - 6.3
Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 85. EL 2025 1
ZusammenfassungZusammenfassung
Dieser Beitrag fragt, wie Kunst, konkret Poesie, ein Verständigungsmedi-
um im interdisziplinären (transdisziplinären) und interkulturellen (interre-
ligiösen) Dialog sein kann und wie ästhetische, religionsvergleichende und
sprach/philosophische Überlegungen sich gegenseitig bereichern könnten.
Er geht in Teilen auf Vorstudien zum Kapitel eines in englischer Sprache
erscheinenden Buches zurück, das im Laufe des Jahres 2025 beim LIT Ver-
lag erscheinen und den ersten Band einer geplanten Reihe bilden wird (siehe
unter LITERATURANGABEN).
Uns soll hier vor allem das zweite Kapitel interessieren, das sich exemp-
larisch mit buddhistischen Kōans und buddhistischer Lyrik und mit Lyrik
beschäftigt, die ihre Wurzeln in der christlichen Mystik und in mystisch bzw.
buddhistisch inspirierter moderner Lyrik haben. Das Konzept einer „Schön-
heit der Leere” wird vorgestellt, mit anderen Worten also eine „Ästhetik in
der buddhistischen Lehre von Sunyata und Nirvana“ entwickelt. Vor diesem
Hintergrund wird die Bedeutung paradoxaler Sprache und Redewendungen
in sprachlicher Annäherung an eigentlich Unsagbares als bedeutsam sowohl
für die Lyrik als auch für die Sprache von Buddhismus und christlicher
Mystik aufgezeigt.
XIV - 6.3 Die Schönheit der Leere: Paradoxe Sprache in
Buddhistischer Lehre, Christlicher Mystik und
Poesie als Frage an Sprachphilosophie, Ästhetik
und Religionsphilosophie
[The Beauty of Emptiness: Paradoxical
Language in Buddhist Teachings, Christian
Mysticism and Poetry as a Question for
Language Philosophy, Aesthetics and Philosophy
of Religion]
Sybille C. Fritsch-Oppermann
Submitted February 20, 2025, and accepted for publication June 24, 2025
Editor: Sybille C. Fritsch-Oppermann
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XIV - 6.3 Die Schönheit der Leere 2© Westarp Science Fachverlag
SchlagwörterSchlagwörter
Schönheit, Leere, Paradoxe Sprache, Zen-Buddhismus, Christliche Mystik,
Poesie, Sprachphilosophie, Ästhetik und Religionsphilosophie, Interkultu-
relle Philosophie, Kunst als Vermittlerin eines Interdisziplinären und Inter-
kulturellen Verstehens
SummarySummary
This article asks, how art can be a communication medium in interdiscipli-
nary (transdisciplinary) and intercultural (interreligious) dialogue and how
Aesthetics, Comparative Religion and Philosophy / of Language can enrich
each other.
It goes back to a chapter of a book that will be published in English in 2025
being the first volume of a new series (see under BIBLIOGRAPHY).
This article is mainly referring to chapter 2, which exemplarily deals with
Buddhist kōans and poetry, also with poetry having its roots in Christian my-
sticism and modern poetry inspired by Buddhism. The concept of “Beauty
of Emptiness” is introduced, in other words, an “Aesthetics of the Buddhist
Teaching of Sunyata and Nirvana” is developed.
Seen from this background the meaning of paradox language and phrases
- trying to approach with words, what in the end is unspeakable - is shown
for poetry as well as for the language of Buddhism and Christian mystics.
KeywordsKeywords
beauty, emptiness, paradoxical language, Zen-Buddhism, Christian mysti-
cism, poetry, Philosophy of Language, Aesthetics and Philosophy of Rreli-
gion, Intercultural Philosophy, art as mediator for an interdisciplinary and
intercultural understanding
1 Die Überwindung der Subjekt-Objekt-Dichotomie
Die Rezeption von Zen in moderner Kunst erfüllt die Funktion eines Brücken-
baus zwischen säkularer Kunst und Religion. In diesem Prozess wird Zen teil-
weise als Nicht-Religion aufgefasst, während Kunst ihre spirituellen Wurzeln
zu erkennen beginnt. In beiden Fällen geht es um eine Auseinandersetzung mit
dem Verhältnis von materieller, sinnlicher und transzendentaler Wirklichkeit.
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Der vollständige Artikel umfasst 20 Seiten
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