Problemzonen der Künstlichen Intelligenz XIV - 5.1.2.7
Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 82. EL 2024 1
ZusammenfassungZusammenfassung
Da Religionsunterricht die Subjektorientierung der Schülerinnen und Schü-
ler und ihre Befähigung zur kritischen Reflexion über sich selbst und die
sie umgebende(n) Wirklichkeit(en) als relevante Bildungsziele setzt, stellt
die Frage nach der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Künstlicher Intel-
ligenz (KI) einen zentralen bildungstheoretischen Aspekt dar. Vor dieser
Hintergrundfolie zielt der folgende Beitrag darauf ab, die anthropologischen,
ethischen und theologischen Problemzonen der künstlichen Intelligenz als
Lerngegenstand im Rahmen religiöser Bildungsprozesse aufzuzeigen. Dies
geschieht in drei Schritten: In einem ersten Schritt wird das Proprium des
Religionsunterrichts im Kontext von KI und Digitalisierung skizziert, um
dann in einem zweiten Schritt den Analysehorizont zu erweitern und fünf
Herausforderungen der KI in Bezug auf menschliche Motivationen (1); dis-
kriminierende Entscheidungsprozesse und die Reproduktion von Vorurteilen
(2); Gottes-, Welt- und Menschenbild sowie den Wunsch nach Unsterblich-
keit (4) und zwischenmenschliche Beziehungen und Friedenskonsolidierung
(5) zu identifizieren. Im letzten Schritt erfolgt eine religionspädagogische
Konkretisierung, indem drei Thesen zur inhaltlichen (Neu-)Profilierung
des Religionsunterrichts vorgestellt werden. Der Beitrag klingt mit einem
Ausblick aus.
SchlagwörterSchlagwörter
Künstliche Intelligenz, Religionsunterricht, Lerngegenstand, Ethik, Anth-
ropologie
XIV - 5.1.2.7 Anthropologische, ethische und theologische
Problemzonen der Künstlichen Intelligenz als
Lerngegenstand im Religionsunterricht
[Anthropological, ethical and theological
problem areas of Artificial Intelligence as a
subject of learning in Religious Education]
Mariusz Chrostowski
Submitted July 27, 2024, and accepted for publication September 13, 2024
Editor: Maike Maria Domsel
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XIV - 5.1.2.7 P r o b l em z o n e n d e r K ü n s t l i c h e n I n t e l l i g e n z 2© Westarp Science Fachverlag
Einführung
In jüngster Zeit hat sich die religionspädagogische Diskussion um Künstli-
che Intelligenz (KI) intensiviert.
1
Dies lässt sich vor allem auf zwei Aspekte
zurückführen: Zum einen ist der Religionsunterricht aufgrund seiner subjek-
torientierten Grundausrichtung gefordert, die sich rasant entwickelnde KI als
unterstützendes Tool in religiöse Lern- und Lehrprozesse zu implementieren,
zum anderen müssen sie und die gesamte „Kultur der Digitalität“
2
auch in des-
sen Rahmen zum unverzichtbaren Lerngegenstand werden.
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Beides erfordert,
die ganze Ambivalenz des digitalen Zeitalters in den Blick zu nehmen, damit
der Religionsunterricht junge Menschen tatsächlich auf einen verantwortli-
chen und zugleich kritischen sowie ethisch-reflexiven Umgang mit den neuen
Technologien vorbereiten kann.
4
Vor dieser Hintergrundfolie kommt der Identifizierung der anthropologischen,
ethischen und theologischen Problemzonen der KI eine besondere Bedeutung
zu, die in diesem Beitrag aufgegriffen werden soll. Um dieser Aufgabe gerecht
SummarySummary
Since religious education has as relevant educational goals the subject ori-
entation of pupils and their ability to reflect critically on themselves and the
reality(s) surrounding them, the question of how to deal with the contents of
Artificial Intelligence (AI) represents a central aspect of educational theory.
Against this background, the following article aims to highlight the anthro-
pological, ethical and theological problem areas of artificial intelligence as
an object of learning in the context of religious education processes. This
will be done in three steps: The first step is to outline the attributes of reli-
gious education in the context of AI and digitalisation; the second step is to
broaden the horizon of analysis and identify five challenges of AI concer-
ning human motivations (1); discriminatory decision-making processes and
the reproduction of prejudices (2); the view of God, the world and man, as
well as the desire for immortality (4); and interpersonal relationships and
peace-building (5). In the final step, a religious pedagogical concretisation
takes place by presenting three theses on the (re)profiling of the content of
religious education. The article concludes with an outlook.
KeywordsKeywords
Artificial Intelligence, Religious Education, Learning Object, Ethics, An-
thropology
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Der vollständige Artikel umfasst 20 Seiten
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