Muslimische Kinder: Selbstrelationierung zu Gott IV - 3.12.3
Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 57. EL 2018 1
Zusammenfassung
Im Folgenden wird eine Kurzzusammenfassung eines Forschungsprojekts
vorgestellt, das der qualitativ-empirischen Sozialwissenschaft zuzuordnen
ist. Die Studie „Die Selbstrelationierung muslimischer Kinder zu Gott“
1
be-
fasst sich mit der Frage, welche Formen von Beziehungen zu Gott sich bei
muslimischen Kindern zeigen und welche Rolle Gott für sie in bestimmten
Situationen ihres Lebens spielt. Dabei legt die Arbeit den Fokus auf die hand-
lungsorientierende Relevanz der emotionalen Dimension des Gottesglaubens.
Methodisch basiert sie auf dem wissenssoziologischen Modell der Wissens-
konstruktion nach Karl Mannheim, der postuliert, dass das Wissen, das das
Handeln von Menschen leitet, zwar an individuelle Erfahrungen geknüpft ist,
jedoch in einer spezifischen sozialen Praxis entsteht, die in einen gemeinsa-
men und geteilten Erfahrungsraum eingebettet ist. Es gilt, das handlungslei-
tende Wissen der Kinder in Bezug auf Gott, das mit ihrer sozialen Praxis,
ihrer Lebenswelt und ihrer Religion verknüpft ist, mit den Methoden der
empirischen Sozialforschung zu rekonstruieren.
Schlagwörter
Muslimische Kinder, Islam in Deutschland, Gottesbeziehung, religiöse Er-
fahrung, religiöse Individualisierung, religiöse Pluralisierung, Islamischer
Religionsunterricht, Islamische Theologie, Religionsunterricht, Islamische
Religionspädagogik
IV - 3.12.3 Muslimische Kinder und ihre Formen
der Selbstrelationierung zu Gott und
zu immanenten Größen
Von Fahimah Ulfat
Summary In the following, a short summary of a research project is presented, which
can be assigned to qualitative-empirical social science. The study “The self-
relation of Muslim children to God”
2
deals with the question of what forms
of relationship to God are shown in Muslim children’s narrations and what
role God plays for them in certain situations in their lives. The work focuses
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IV - 3.12.3 Muslimische Kinder: Selbstrelationierung zu Gott
2
Westarp Science – Fachverlage
1 Einleitung
Der folgende Beitrag ist die Kurzzusammenfassung eines Forschungsprojekts
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aus den Jahren 2011–2016. Unter Punkt 2 werden kurz der Forschungsstand und
anschließend die theoretischen Überlegungen dargestellt, die zur Forschungs-
frage geführt haben. Unter Punkt 3 wird die methodische Vorgehensweise
skizziert. Dabei werden die Erhebungsmethode, die Auswertungsmethode, der
erzählgenerierende Eingangsstimulus und das Sample vorgestellt. Die Unter-
suchungsergebnisse werden in Punkt 4 beschrieben. Punkt 5 befasst sich mit
der Diskussion der Ergebnisse aus erziehungswissenschaftlicher und theologi-
scher Perspektive, was abschließend unter Punkt 6 zu den Anregungen für die
religionspädagogische Praxis führt.
2 Forschungsstand und Fragestellung der Studie
Die qualitativ-empirische Studie befasst sich mit der Frage, welche Formen
von Beziehungen zu Gott sich bei muslimischen Kindern zeigen und welche
Rolle Gott für sie in bestimmten Situationen ihres Lebens spielt. Es geht dabei
besonders um die emotionale Dimension dieser Beziehungen.
Die Forschungen im Bereich des Gottesglaubens und der religiösen Entwick-
lung unterstellen auch bei Kindern und Jugendlichen komplexe Denk- und
Glaubenskonzepte
4
.
on the action-orientated relevance of the emotional dimension of their faith
in God. Methodologically, it is based on the sociological model of knowledge
construction according to Karl Mannheim, who postulates that even though
the knowledge that guides people’s actions is linked to individual experiences,
it arises in a specific social practice that is embedded in a common and shared
space of experience. It is necessary to reconstruct the children’s knowledge of
God, which is linked to their social practice, their lifeworld and their religion
with methods of empirical social research.
Keywords
Muslim children, Islam in Germany, relationship to God, religious experi-
ence, religious individualisation, religious pluralisation, Islamic religious
education, Islamic theology, religious education, Islamic religious pedagogy
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Der vollständige Artikel umfasst 27 Seiten
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