Neumaier, Determinanten der religiösen Gegenwartskultur und ihre Wechselwirkungen mit Religion(en) in Deutschland: Medien

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Determinanten der religiösen Gegenwartskultur I - 14.5 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 66. EL 2020 1 Zusammenfassung Der Beitrag widmet sich dem Verhältnis von Medien und Religion, Medien- wandel und religiösem Wandel, insbesondere dem Einfluss von Medien auf religiöse Gegenwartskultur. Er bezieht sich dafür erstens auf theoretische Ansätze, die bestimmte Verhältnisse von Religion und Medien postulieren, wirft zweitens einen Blick in die historische Vorgeschichte der gegenwärtigen Verhältnisse, drittens einen Blick auf die Charakteristika der uns umgeben- den Medienlandschaft, und verweist viertens auf empirische Studien, die sich insbesondere mit den Konsequenzen digitaler und sozialer Medien auf die religiöse Landschaft befassen. Schlagwörter Medien, Digitale Medien, religiöse Gegenwartskultur I - 14.5 Determinanten der religiösen Gegenwartskultur und ihre Wechselwirkungen mit Religion(en) in Deutschland: Medien [Determinants of Contemporary Religious Culture and their Interactions with Religion(s) in Germany: Media] Von Anna Neumaier Submitted March 13, 2020, and accepted for publication August 28, 2020 Editor: Gerd Pickel Summary The article is devoted to the relationship between media and religion, media change and religious change, and in particular the influence of media on contemporary religious culture. Firstly, it draws on theoretical approaches that diagnose certain relations between religion and media; secondly, it takes a look at the historical prehistory of contemporary conditions; thirdly, at the characteristics of the media landscape around us; and fourthly refers to empirical studies that focus in particular on the consequences of digital and social media on the religious landscape. --- Seite 1 Ende --- I - 14.5 Determinanten der religiösen Gegenwartskultur 2 Westarp Science – Fachverlage 1 Einleitung „Medien kommen nicht zu etwas hinzu, sie sind kein Merkmal der modernen Gesellschaft. Sie sind von Anbeginn da, sie verändern ‚nur‘ ihre Gestalt“ 1 . Sie begleiten den Menschen mithin im ganzen Verlauf seiner Geschichte. Es liegt auf der Hand, dass sie daher auch die Geschichte von Religion(en) beeinflusst haben und beeinflussen werden. Aus religionswissenschaftlicher Sicht wirft dies zentrale Fragen auf: Wie sehr und auf welche Weise beeinflussen sich Me- dien und Religion, mithin auch Medienwandel und Religionsgeschichte? Welche Konsequenzen haben der Wandel der Medienlandschaft, der Mediennutzung, oder die Einführung neuer Kommunikationsmöglichkeiten für konkrete Religi- onen und individuelle Religiosität, für religiöse Institutionen und Hierarchien, für religiöse Gemeinschaft, Identität und Ritual? Welche Rolle spielen dabei die spezifischen Beschaffenheiten und medialen Eigenschaften der Medien – etwa, welche Infrastruktur sie benötigen, welche Sinne sie ansprechen, wie sie Kommunikation organisieren? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Beitrag und setzt dabei zwei große Schwerpunkte: Erstens auf theoretische Perspektiven zum Wechselverhältnis von Religion(en) und Medien, die auch historische Befunde integrieren und sich allgemein zu Rationalitäten, Einflussfaktoren und Bestimmungsverhältnissen von Religion und Medien verhalten (Kap. 2). Auf dieser Basis postulieren sol- che theoretischen Ansätze teils zeit- und raumübergreifende Verhältnisse von Religion und Medien, teils widmen sie sich gegenwärtigem Medienwandel und dessen Konsequenzen für Religion. In jedem Fall haben diese theoretischen Zugänge Aussagekraft für die religiöse Gegenwartskultur in Deutschland, in- dem sie allgemeinere Aussagen zu Medien als Determinante von Religion(en) treffen. Zweitens soll ein Schwerpunkt auf eben jene religiöse Gegenwartskultur gelegt werden: Wie verändern Medien einzelne Religionen sowie die religiöse Landschaft in Deutschland? Anhand empirischer Studien und systematischer Schwerpunktsetzungen soll ein Überblick über den Religions- und Medien- wandel in Deutschland und seine Wechselwirkungen gegeben werden (Kap. 3). Dabei wird bei den folgenden Ausführungen in Anlehnung an die Konzeption Hubert Mohrs ein Medienbegriff „mittlerer Reichweite“ angelegt: Enge Medi- enbegriffe umfassen nach seiner Unterscheidung die klassischen Massenme- Keywords Media, Digital Media, Contemporary Religion
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