Blanche C. Olschak (1913–1989) I - 5.8.8
Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 87. EL 2026 1
ZusammenfassungZusammenfassung
In diesem Artikel wird die österreich-schweizerische Religionswissenschaft-
lerin, Tibetologin und Buddhismuskundlerin Blanche Christine Olschak
(1913–1989) vorgestellt. Mit ihrer Erforschung Sikkims und Bhutans in den
1960er-Jahren leistete sie wichtige Grundlagenarbeit für die Religionswis-
senschaft und spezifisch die Himalayaforschung. Rückblickend erscheint
Olschak als versierte Grenzgängerin zwischen Wissenschaft, Journalismus
und humanitärem Engagement und als interdisziplinäre Pionierin, die in
ihrer Forschung anthropologische, philologische und kunsthistorische Zu-
gänge vereinte.
Schlagwörter
Religionswissenschaft, Tibetologie, tibetische Kunstgeschichte, tibetische
Diaspora, Himalayakunde, Bhutan-Studien, Buddhismus im Westen, Gender
und Religion, Frauengeschichte
I - 5.8.8 Blanche C. Olschak (1913–1989), Grenzgängerin
zwischen Religionswissenschaft, Journalismus
und Kulturvermittlung
[Blanche C. Olschak (1913–1989), a pioneer in
crossing religious studies, journalism and
cultural mediation]
Dolores Zoé Bertschinger
Submitted October 3, 2025, and accepted for publication January 15, 2026
Editor: Dolores Zoé Bertschinger
SummarySummary
This article is the first comprehensive presentation of the life and work
of the Austrian-Swiss religious scholar and Tibetologist Blanche Christine
Olschak (1913–1989). Her research into Sikkim and Bhutan in the 1960s
laid important foundations for the study of religion and Himalayan studies.
Looking back, Olschak appears as an accomplished scholar, moving between
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I - 5.8.8 Blanche C. Olschak (1913–1989) 2© Westarp Science Fachverlag
Einleitung
Die österreich-schweizerische Religionswissenschaftlerin Blanche Christine
Olschak (1913–1989) war eine Pionierin der Religionswissenschaft mit Fokus
auf Buddhismus, Tibet und die Himalayaregion. Als Journalistin wurde sie
ab den 1960er-Jahren im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt für ihre
anschaulichen Vorträge und Publikationen zu tibetischer Kultur und buddhis-
tischer Religionsgeschichte. Mit ihren frühen Reisen nach Sikkim und Bhutan
prägte sie die Himalayaforschung. Mit ihren zahlreichen weltweiten Kontakten
trug sie zur Profilierung der Tibet- und Buddhismusforschung bei. Rückbli-
ckend erscheint Blanche Olschak als Grenzgängerin zwischen verschiedenen
Kulturen, zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Tätigkeitsfeldern und
zwischen wissenschaftlichen Fächern wie Religionswissenschaft, Tibetologie
und Kunstgeschichte. Als solche Grenzgängerin also stelle ich sie in diesem
Beitrag vor.
Über Olschaks erste 35
Lebensjahre in Österreich ist wenig bekannt; erst
nach der Übersiedelung in die Schweiz werden die Konturen ihres Lebens
entlang ihrer Reisen, Kollaborationen und Publikationen greifbarer.
1
Nach
einem biografischen Überblick liegt der Schwerpunkt des Artikels auf Ol-
schaks Forschungsinteressen, mit denen sie einen wesentlichen Beitrag zur
Religionswissenschaft geleistet hat: Himalayakunde, tibetische Kunst, Spra-
chen und Kulturwanderung sowie Frauengeschichte und -kultur. Olschaks re-
ligionswissenschaftliche Arbeitsweise und ihre Nachwirkung werden kritisch gewürdigt und der Beitrag dann mit einem kurzen Resümee zu Olschak als versierter Grenzgängerin geschlossen.
research, journalism and humanitarian commitment. She was an interdiscip-
linary pioneer who combined anthropological, philological and art-historical
approaches in her research on Tibetan cultures.
KeywordsKeywords
Study of religion, Tibetology, Tibetan art history, Tibetan diaspora, Bhutan
studies, Himalayan studies, Buddhism in the West, gender and religion,
women’s history
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Der vollständige Artikel umfasst 16 Seiten
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