XVI - 4.1.1

Evangelische Kirche und Dialog mit dem Islam

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Evangelische Kirche und Dialog mit dem Islam XVI - 4.1.1 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 71. EL 2022 1 Zusammenfassung Der Artikel gibt einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des christlich-islamischen Dialogs im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) seit Mitte des 20.  Jahrhunderts. Die Entwicklung wird als Lerngeschichte hin zu einer auch theologisch gewachsenen Akzeptanz der religiösen Vielfalt gesehen. Vor dem Hintergrund der Einordnung des christlich-islamischen Dialogs als Querschnittsthema kirchlicher Arbeit ins- gesamt werden der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, die instituti- onalisierte Seelsorge und die Friedensarbeit inklusive des Einsatzes für Um- welt und Nachhaltigkeit als aktuelle Handlungsfelder identifiziert. Wichtige Akteurinnen und Akteure sowie Organisationen im nationalen, bilateralen und multilateralen interreligiösen Dialog werden genannt. Anschließend stehen theologische, sozialdiakonische und gesellschaftspolitische Entwick- lungen und Themen im Fokus, die mit den Stichworten Gottesverständnis, Mission, Integration, gesellschaftliche Teilhabe, Extremismus und Religi- onsverfassungsrecht verbunden sind. Schlagwörter Reformation, Theologie, Sozialdiakonie, Gesellschaftspolitik, Handreichun- gen, kirchliche Handlungsfelder, Zusammenleben, Islamismus, Religions- freiheit, Mission, Konversion XVI - 4.1.1 Evangelische Kirche und Dialog mit dem Islam [Protestant Church in Germany and its dialogue with Islam] Detlef Görrig Submitted December 10, 2021, and accepted for publication January 17, 2022 Editor: Michael A. Schmiedel Summary The article gives an overview of the historical development of Christian- Muslim Dialogue in the area of the Protestant Church in Germany (EKD) since the middle of 20 th century. The development is perceived as a learning history towards an also theologically grown acceptance of religious diversity. --- Seite 1 Ende --- XVI - 4.1.1 Evangelische Kirche und Dialog mit dem Islam 2 Westarp Science – Fachverlage 1 Geschichtliche Entwicklung Der Dialog der evangelischen Kirche mit dem Islam ist ein Beispiel für die bis heute offene Lerngeschichte der Reformation. So hat es die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) anlässlich des 500-jährigen  Jubiläums der Refor- mation 2017 eingeordnet: „Reformatorische Kirche und Theologie müssen erst noch lernen, den Dialog der Religionen als genuine Aufgabe reformatorischer Theologie zu entdecken.“ Dabei wird als bleibende Aufgabe kommender Jahre der „Religionsdialog vor allem mit dem Islam“ gesehen, der „in der Reforma- tionszeit aus naheliegenden Gründen mit den gegen das Reich anstürmenden Türken identifiziert und daher kaum präzise wahrgenommen wurde“. 1 Es ist hier nicht der Ort, die gesamte Lerngeschichte dieses evangelischen Dialoges mit dem Islam von der Reformation bis heute nachzuzeichnen, 2 das jüngste Kapitel dieser Geschichte aber soll im Folgenden kurz skizziert werden. Das, was heute unter dem Begriff christlich-islamischer Dialog verstanden wird, hat seinen Ursprung in der Mitte des 20.  Jahrhunderts. Im Fahrwasser der Neuorientierung im Verhältnis der Kirche zum Judentum trat etwas später auch die Befassung mit dem Islam auf den Plan. Im deutschen Kontext lassen sich dafür v.  a. die Jahre der zunehmenden Arbeitsmigration meist türkisch- muslimischer Menschen als Zeitraum nennen. Die Idee der zunächst 1976 als Faltblattserie von EKD und VELKD begon - nenen Informationsinitiative unter der Überschrift Was jeder vom Judentum wissen muss wurde bald auch für den Islam übernommen. 3 Schon zuvor war Against the background of the categorization of Christian-Muslim Dialogue as a cross cutting issue of church work as a whole, the following current fields of work are identified: religious education in public schools, institutionalized pastoral care and peace work including commitment to the environment and sustainability. Important actors and organizations in the national, bilateral as well as multilateral interreligious dialogue are named. The focus is on theo- logical, social-diaconal and sociopolitical developments and topics such as: understanding of God, mission, integration, social participation, extremism and religious constitutional law. Keywords Reformation, theology, social diakonia, social policy, handouts, ecclesias- tical fields of action, living together, Islamism, religious freedom, mission, conversion
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