Abrahamisches Forum in Deutschland XVI - 2.2
Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 69. EL 2021 1
Zusammenfassung
Seit dem 6. Februar 2001 arbeiten Vertretungen aus dem Judentum, Christen-
tum und Islam mit Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und aus Stiftungen
im Abrahamischen Forum in Deutschland zusammen. Der Geistige Rat der
Bahai wurde im Jahr 2006 aufgenommen. Sie alle bemühen sich um ein
vertrauensvolles Zusammenleben und Freundschaften von Menschen unter-
schiedlicher Religion, positive gemeinsame Erfahrungen und Anerkennung
der Unterschiede. Damit leisten sie Beiträge zur Überwindung von Antisemi-
tismus und antimuslimischem Rassismus. Stellungnahmen zu kontroversen
Themen werden erarbeitet. Projekte wie die Abrahamischen Teams gibt es
inzwischen sogar in Ägypten oder Israel. Religiöse Naturschutztage und Feste
zu Themen der Erhaltung der Natur sind im Aufbau.
Schlagwörter
Abrahamisches Forum, Judentum, Christentum, Islam, Bahaitum, Antisemi-
tismus, Antimuslimischer Rassismus, Religiöse Naturschutztage
XVI - 2.2 Abrahamisches Forum in Deutschland
[Abrahamic Forum in Germany]
Von Jürgen Micksch
Submitted March 25, 2021, and accepted for publication June 22, 2021
Editor: Michael Schmiedel
Summary
Representatives from Judaism, Christianity and Islam have been working
together with personalities from academia and foundations within the Abra-
hamic Forum in Germany since 6 February 2001. The Spiritual Council of
the Baha’i joined in 2006. They strive for a coexistence of trust, friendships
between people of different religions, positive common experiences and ac-
knowledgement of differences. In this way they contribute to overcoming
anti-Semitism and anti-Muslim racism. Statements on controversial issues
will be established. Projects such as Abrahamic Teams now even exist in
Egypt or Israel. Religious nature preservation days and events on topics of
biological diversity are being developed.
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XVI - 2.2 Abrahamisches Forum in Deutschland
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Westarp Science – Fachverlage
Einleitung
In Deutschland hat sich die Erfahrung durchgesetzt, dass Juden, Christen und
Muslime zusammenwirken können. Religiöse Diskriminierungen wie Anti-
semitismus und antimuslimischer Rassismus werden dadurch überwunden.
Abrahamische Kooperationen sind zur Normalität geworden. Dazu hat das
Abrahamische Forum in Deutschland durch seine Geschichte, den inhaltlichen
Austausch und durch gemeinsame Projekte viel beigetragen.
Rückblick
Seit Jahrhunderten sind Unterschiede zwischen Judentum, Christentum und
Islam betont worden und haben zu schlimmen Ausschreitungen geführt. Ende
des 20. Jahrhunderts gab es immer wieder Berichte von brennenden Synagogen,
Kirchen und Moscheen in Deutschland. Vor diesem Hintergrund haben Ignatz
Bubis als Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, Nadeem
Elyas als Vorsitzender des Zentralrates der Muslime und Jürgen Micksch als
Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
(EKHN) nach einer Podiumsdiskussion im April 1999 in Berlin vereinbart, ein
hessisches Modell für ein Miteinander dieser Religionen zu entwickeln. Jürgen
Micksch wurde darum gebeten, dafür die Vorarbeiten zu übernehmen.
Nach verschiedenen Vorgesprächen hat Jürgen Micksch als Vorsitzender des
Interkulturellen Rates in Deutschland zu einer Besprechung am 6. Februar 2001
in das Martin-Buber-Haus nach Heppenheim in Hessen eingeladen. Teilgenom-
men haben Vertretungen der jüdischen, christlichen und muslimischen Religi-
onsgemeinschaften sowie des Internationalen Rates der Christen und Juden, der
Stiftung Weltethos, des hessischen Sozialministeriums und Gräfin sowie Graf
von der Groeben, von denen dies finanziert wurde. Als erstes konkretes Ziel
wurde die Förderung und Einrichtung Abrahamischer Foren an verschiedenen
Orten vereinbart, bei denen jüdische, christliche und muslimische Gemeinden
kooperieren. Es wurde ein Arbeitspapier mit den Zielen, Arbeitsformen und
Strukturen des Vorhabens verabschiedet. [1]
In verschiedenen Städten gab es Interessierte an der Einrichtung Abrahami-
scher Foren. Bei den vorbereitenden Gesprächen hat sich dann jedoch gezeigt,
Keywords
Abrahamic Forum, Judaism, Christianity, Islam, Baha´i, Antisemitism, An-
timuslim Racism, Religious Nature Preservation Days
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Der vollständige Artikel umfasst 8 Seiten
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