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Willigis Jäger (Kyo-un Roshi) – Leben im Zeichen west-östlicher Weisheit

📖 Leseprobe – 2 von 20 Seiten
Willigis Jäger XV - 1.4.1 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 47. EL 2016 1 OLZOG Verlag – Handbuch der Religionen – Frau Voit Stand: 16.03.2016  2. AK  Seite 1 XV - 1.4.1  Willigis Jäger (Kyo-un Roshi) – Leben im Zeichen west-östlicher Weisheit Von Fernand Braun Biografie Willigis Jäger wird 1925 in Hösbach bei Aschaffenburg geboren. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs tritt er in die Benediktinerabtei Müns- terschwarzach ein und beginnt 1948 das Philosophie- und Theologiestudium. 1952 wird er zum Priester geweiht und arbeitet als Präfekt und Lehrer im In- ternat und Gymnasium der Abtei Münsterschwarzach. 1960 wird er Referent für Mission und Entwicklung beim Bund Deutscher katholischer Jugend und begründet 1964 die ökumenische Aktion Missio mit, die ihn in viele Entwick- lungsländer führt, aber auch nach Japan. Die Begegnungen mit Hugo Enomiya Lasalle (1898–1990) und Yamada Ko- Un Roshi (1907–1989), dessen Schüler Willigis Jäger ab 1972 wird, initiieren ihn auf dem Weg des Zen. Willigis Jäger beginnt eine intensive Übung 1 des Zazen mit sechsjährigem Aufenthalt und Koan-Schulung in Japan. 1980 erhält Willigis Jäger von Yamada Ko-Un Roshi die Erlaubnis, Zen zu lehren. Dessen Nachfolger Kubota Rōshi bestätigt ihn 1996 als Zenmeister und 87. Nachfolger von Shakyamuni Buddha (Inka shōmei). Von 1983 bis 2001 leitet Willigis Jäger das Meditationszentrum St. Benedikt der Abtei Münsterschwarzach in Würzburg. 1989 gehört er zu den Gründern des „Verein Spirituelle Wege e. V. – Zen und Kontemplation“ – mit der Übungsstätte Sonnenhof im Schwarzwald und 1997 der „Würzburger Schule der Kontem- plation“. 2001 erteilt ihm die Glaubenskongregation ein Rede-, Schreib- und Auftrittsver- bot. Im Januar 2002 untersagt ihm das Bischöfliche Ordinariat in Würzburg die Ausübung jeder öffentlichen Tätigkeit. Im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt im Anschluss die Exklaustrierung aus seiner Klostergemeinschaft. Willigis Jäger bleibt Mitglied des Benediktinerordens, der in dieser Auseinandersetzung versucht hatte, zu vermitteln. 2003 wird Willigis Jäger Leiter des neu gegründeten, religionsübergreifenden Bildungshauses Benediktushof auf dem Gelände der ehemaligen Benedikti- --- Seite 1 Ende --- XV - 1.4.1 Willigis Jäger 2 nerpropstei in Holzkirchen. 2007 zieht er sich aus der operativen Leitung des Benediktushofs zurück und gründet die „West-Östliche Weisheit“ – Willigis- Jäger-Stiftung. 2009 gründet er die Zenlinie „Leere Wolke“ und empfängt vom chinesischen Chan-Großmeister Jing Hui im Bailintempel erneut den Dharma und die Be- stätigung als Chan-Meister und 45. Nachfolger von Lin Chi (jap. Rinzai ). 2012 gründet er die Kontemplationslinie „Wolke des Nichtwissens“. Der Weg zum wahren Wesen: „Die Welle ist das Meer“ (WiM) „Das EINE ist meine wahre Natur und die Natur aller Wesen. ES ist zeitlos und unwandelbar, ES entfaltet sich in der Zeit. ES offenbart sich in der Form, der ich bin.“ 2 Das Folgende ist der Versuch, die Einheit von Leben und Werk Willigis Jägers darzustellen. Das heißt, es ist ein Versuch, exemplarisch aufzuzeigen, wie sich die wahre Natur in der „Form“ Willigis Jäger offenbart. Es ist notwendiger- weise ein Weg der Worte, der letztlich scheitern muss, aber als Annäherung sehr fruchtbar sein kann. Wo immer es möglich war, kommt Willigis Jäger selbst zu Wort. Als Mönch und Zenmeister verkörpert Willigis Jäger in exemplarischer Weise eine religionsübergreifende Spiritualität im Zeichen der west-östlichen Weis- heit, eine Nicht-Zweiheit auf Basis von zwei deutlich verschiedenen Weltreli- gionen. Wie entstand diese individuelle Form einer Non-Dualität und was sind wichtige Entwicklungslinien auf diesem Weg? Vita Contemplativa Willigis Jäger wird in der Öffentlichkeit vorwiegend als Zenmeister wahrge- nommen. Seine Wurzeln liegen jedoch in einem familiären und dörflichen Um- feld, dem die christliche Religion noch so vertraut war, dass sie als Taktgeber des Alltags oft gar nicht wahrgenommen wurde: „Religion war eine nicht hinterfragte Selbstverständlichkeit.“ 3Westarp Science – Fachverlage
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Der vollständige Artikel umfasst 20 Seiten