Michael Klöcker zum 80. Geburtstag XV - 1.1.13.1
Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 78. EL 2023 1
XV - 1.1.13.1 Michael Klöcker zum 80. Geburtstag
Persönliches und Wissenschaftliches
Udo Tworuschka
Submitted August 23, 2023, and accepted for publication September 01, 2023
Editor: Martin Rötting
Meine Familie ist mit Michael Klöcker seit über 40 Jahren befreundet und
Michael ist Pate unserer zweiten Tochter Sarah. Michael und ich haben in den
zurückliegenden Jahren gemeinsam geforscht und gelehrt: zunächst an der
Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abt. Köln, dann an der Erziehungs-
wissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Dass dieser stets jung
Gebliebene tatsächlich sein 80. Lebensjahr erreicht hat, ist für uns schlicht
unfassbar. Ich blicke verblüfft auf die vier so schnell vergangenen Jahrzehnte
zurück.
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Was haben wir nicht alles in diesen Jahren auf wissenschaftlichem
und wissenschaftsvermittelndem Gebiet angestoßen und ausprobiert?! Wir sind
– bildlich gesprochen – immer wieder in unbekannte Gewässer gesprungen
(was man eigentlich nicht soll
…). Damit haben wir viele Kolleginnen und Kol-
legen konsterniert, zum Kopfschütteln gebracht, manche sogar erbost. Doch nicht wenige haben – offen oder verdeckt – auch ihre Sympathien zu unserem Denken und Tun bekundet.
Wir waren beseelt von dem Gedanken, Inhalte unserer Wissenschaften (Ge-
schichte, Religionswissenschaft) massenmedial zu vermitteln. So hatten wir
zum Beispiel jahrelang zwei feste Kolumnen in PRISMA, der „Wochenzeitung
zur Zeitung“, die heute eine Reichweite von 6,85 Millionen Lesenden hat.
Michael und ich präsentierten vier Jahre lang Bildung fürs „gemeine Volk“,
Woche für Woche (1988–1991) in dem Format „Eine Frage, Herr Professor“.
Was haben wir dort nicht alles beschrieben, erklärt, definiert – frei nach dem
Motto des großen Didaktikers Amos Comenius: „Omnes omnia omnino“ –
„alle alles auf umfassende Weise (zu lehren)“. Am Umfang hinderte uns zwar
das enge Korsett der arg limitierten Zeichenzahl dieser Kolumne. Doch haben
wir dadurch gelernt, uns kurz und präzise auszudrücken, zum Punkt zu kom-
men. Immer wieder waren wir erfolgreich darin, in „Eine Frage, Herr Profes-
sor“ unsere Spezialgebiete „unterzubringen“. Das zweite Format hieß „CD
Bonn“ und beruhte auf der Idee, durch Interviews mit Botschafterinnen und
Botschaftern ausgewählter Länder in deren Bonner Residenzen Informationen,
Eindrücke über Kultur, Geschichte, Religionen dieser Länder in Erfahrung zu
bringen – eine Mischung aus Homestory und Kulturvermittlung. Das Speisen
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XV - 1.1.13.1 Michael Klöcker zum 80. Geburtstag 2© Westarp Science Fachverlag
mit dem Botschafter war dabei ganz wesentlich. Ich erinnere mich noch, wie
der spanische Botschafter kurz nach dem Servieren aufsprang und mit den
Worten „Da fehlt noch Safran!“ in Richtung Küche eilte.
Fünf weitere Serien im Fernseh-Magazin „Funk Uhr“, in der Boulevardzeit-
schrift „Freizeit Revue“ und in der regionalen Boulevardzeitung „Express“ sei-
en noch erwähnt, die Michaels und meinen Wunsch dokumentierten, religions-
kundliches Wissen auf qualifizierte Weise für die Allgemeinheit aufzubereiten:
an erster Stelle „Unsere wunderbare Welt“ (Funk Uhr), eine dem deutschen
Alphabet entsprechend 26-teilige ganzseitige Serie, die in verschiedene, sich
immer wiederholende Rubriken (Bauwerke, geheimnisvolle Zahlen, bedeuten-
de Persönlichkeiten, „Apotheke Gottes“ usw.) aufgeteilt war. In der „Freizeit
Revue“ betrieben wir religionskundliche Bildung mit den Serien: „Wunder
der Bibel – so war`s wirklich“, „Die großen Frauengestalten der Bibel“, „Die
großen Frauengestalten der Kirche“ (zwischen 1991 und 1993). Der Kölner
„Express“ schließlich veröffentlichte eine Serie über „Kleinere Religionsge-
meinschaften in Köln“. Wir führten dazu Gespräche mit Religionsangehörigen,
die wir aufsuchten. Ich erinnere mich noch an die Getreidesäcke im Haus,
die eine Mormonen-Familie
als Grundnahrungsmittel als
Notration bevorratete.
Michael Klöcker entstammt
einer katholisch-protestanti-
schen Mischehe: Der aus dem
südoldenburgischen Löhne
stammende Vater Wilhelm
Klöcker, zunächst Tischler-
meister, dann Creditreform-
Geschäftsführer in Köln, war
katholisch. Michaels Mutter,
Ilse Schinnerer aus Hamburg,
stellte den protestantischen
Gegenpol dar und vermittelte
„zeitlebens ihren Kindern die
Werte einer lutherisch-hanse-
atischen Berufsethik. […] Mit
seinen älteren Geschwistern
Karin und Peter verbindet
Foto 1: Michael Klöcker 2008.
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Der vollständige Artikel umfasst 19 Seiten
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