Sprache – Religion – Religiöse Bildung XIV - 6.1
Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 58. EL 2018 1
Zusammenfassung
Sprachbildung gehört zum Auftrag der Schule und aller Unterrichtsfächer.
Dem Religionsunterricht kommt die zentrale Aufgabe religiöser Sprachbil-
dung zu. Allerdings gehört es zu den vernachlässigten Themen der Religi-
onspädagogik, die damit verbundenen gegenwärtigen Herausforderungen
hinlänglich zu bearbeiten. Dabei sind folgende Themen zur Geltung zu brin-
gen: 1. Möglichkeiten und Grenzen der Transformation religiöser Sprache; 2.
Förderung religiöser Sprach- und Ausdrucksfähigkeit von Kindern und Ju-
gendlichen in der Spannung von Sprachschulung und Übersetzung; 3. Kom-
munikation über Religion im Schnittfeld von Unterrichts- und Lehrersprache.
Schlagwörter
Schule, Religionsunterricht, Kommunikation, (religiöse) Sprachbildung, re-
ligiöse Sprache, Unterrichtssprache, Lehrersprache
Summary
Language education is part of the mission of the school and all subjects. Reli-
gious education has the central task of religious language education. However,
one of the neglected themes of religious education is to adequately address
the current challenges involved. The following topics should be emphasized:
1. Possibilities and limits of the transformation of religious language; 2. Pro-
moting religious language and expressiveness of children and adolescents in
the tension of language training and translation; 3. Communication about
religion in the intersection of teaching and teaching languages.
Keywords
School, religious education, communication, (religious) language education,
religious language, language of instruction, teacher’s language
Editor: Udo Tworuschka
XIV - 6.1 Sprache – Religion – Religiöse Bildung
[Language – Religion – Religious Education]
Von Andrea Schulte
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XIV - 6.1 Sprache – Religion – Religiöse Bildung
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Westarp Science – Fachverlage
1 Vorbemerkung
„Fremdsprache“ Religion, religiöse Sprache und religiöse Sprachbildung in
der Krise, Sprachlosigkeit der Kirche und abnehmende religiöse Sprachfähig-
keit in der Gesellschaft – diese aktuellen Topoi zeigen, dass die zunehmende
religiöse und sprachliche Heterogenität kommunikativer Kontexte für die mit
Religion(en) befassten Wissenschaften zu den zentralen Herausforderungen
der Gegenwart gehören. Das im „Handbuch der Religionen“ neu aufgenom-
mene Thema „Sprache und Religion“ verfolgt das Ziel, auf dem Stand der
gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurse und Debatten die Beziehungen
und Zusammenhänge von Sprache und Religion(en) im Kontext gegenwärtiger
gesellschaftlicher Herausforderungen zu bearbeiten.
2 Hinführung
Schulischer Unterricht kommt ohne die Wortsprache nicht aus. Lehrerinnen
und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler reden miteinander, untereinander,
durcheinander, zuweilen auch gegeneinander. Im weitesten Sinne kommuni-
zieren sie über die curricular gebundenen Themen und Inhalte des Unterrichts.
Hierbei bestimmt die Sprache das interaktive Unterrichtsgeschehen insgesamt.
Die dafür notwendigen kommunikativen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertig-
keiten haben sich Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler
gleichermaßen anzueignen. Ein kompetenter Umgang mit Sprache gehört somit
zum Bildungsauftrag der Schule.
Dies gilt zweifelsohne auch für den Religionsunterricht. Er will Kinder und
Jugendliche in ihrem Werden und Wachsen unterstützen und ihnen helfen, sich
in der Welt zu orientieren, Lebenswege anzubahnen, ihre individuelle Lebens-
geschichte zu gestalten sowie ihre Sozialität als zóon politikón auszubilden. In
diesem Zusammenhang dient ihnen die Sprache als Medium der Erschließung
und Gestaltung von Welt und Wirklichkeit, aber auch als Medium der Suche
nach einer gelingenden Gottesbeziehung und des Sprechens zu Gott, über Gott
und von Gott. So ist der Religionsunterricht auf alle Überlegungen angewiesen,
die über menschliches Reden und Hören, über Kommunikation, über die Wege
sprachlicher Verständigung, über den Reichtum und die Vielfalt sprachlicher
Möglichkeiten angestellt werden. Wer das spannende „Treiben“ im Religions-
unterricht verstehen will, wird um die Beschäftigung mit Sprache nicht um-
hinkommen. Die Frage nach dem Umgang mit Sprache kann deshalb weder
der Religionspädagogik in ihrer theoretischen Reflexion über die Bedeutung
und das Verständnis des Religionsunterrichts noch den am Unterricht betei-
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Der vollständige Artikel umfasst 11 Seiten
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