XIV - 3.1.6.3

Christliche Publizistik

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Christliche Publizistik XIV - 3.1.6.3 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 58. EL 2018 1 Zusammenfassung Christliche Publizistik, die Theorie der Praxis der christlichen Verkündigung, hat sich als Teildisziplin der Praktischen Theologie in den 1960er-Jahren neben anderen Teildisziplinen wie Diakonik, Oikodomik und Oikonomik als Reaktion auf die Entwicklung einer Vielfalt von Medientechniken herausge- bildet. In einem weiteren Sinn bezeichnet der Begriff die ganze Praxis der öf- fentlichen Darstellung der christlichen Botschaft seit den Tagen der Apostel. Danach reicht die Vielfalt der Gestalten christlicher Verkündigung von den Schriften des Neuen Testaments, der Kirchenväter, der Theologen des Mit- telalters und der Reformation über die Flugschriften des 16. und 17. Jahrhun- derts und die christlichen Zeitschriften seit dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart mit ihren Möglichkeiten elektronischer Publikation. Kern der christlichen Botschaft, die eine solche kontinuierliche publizistische Praxis ausgebildet hat, ist ein provozierender Kontraktpunkt zum Selbstver- ständnis aller Gesellschaften seit der Jungsteinzeit: Der Grundmechanismus humaner Gesellschaften lautet „Vergebung statt Vergeltung“ (vgl. Gen. 50) und die höchste Autorität ist durch den Gedanken des „gütigen Vaters“ (Luk 15) oder die „entgegenkommende Liebe“ (1 Joh 4,16) repräsentiert. Schlagwörter Botschaft, Fernsehen, Hörfunk, Innere Mission, Katechismus, Lied, Massen- medien, elektronische Medien, Presseverband, Rundfunk, Zeitschrift Summary Christian journalism, the theory of Christian preaching practice, emer- ged as a sub-discipline of Practical Theology in the 1960s along with other sub-disciplines such as diakonia, oikodomics, and oiko- nomics in response to the development of a variety of media tech- niques. In a broader sense, the term refers to the whole practice of pub- Editor: Reinhard Kirste XIV - 3.1.6.3 Christliche Publizistik 1 [Christian Journalism] Von Reinhard Schmidt-Rost --- Seite 1 Ende --- XIV - 3.1.6.3 Christliche Publizistik 2 Westarp Science – Fachverlage 1 Grundsätzliches 1. Der Begriff Christliche Publizistik bezeichnet eine Teildisziplin der Prakti- schen Theologie, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als solche herausgebildet hat, in Entsprechung zur Diakonik beziehungsweise Diakonie- wissenschaft. Ihre Entwicklung stellt eine Reaktion auf die enorme Ausweitung christlich-publizistischer Praxis seit der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts dar. Entsprechend zur Doppelbedeutung des sozialwissenschaftlichen Begriffs „Pu- blizistik“, der sowohl die Praxis der öffentlichen Kommunikation in Massen- medien als auch die wissenschaftliche Reflektion dieser Praxis bezeichnet, wird inzwischen auch jede Art öffentlicher Kommunikation christlicher Akteure in Massenmedien als Christliche Publizistik bezeichnet. 2. Wie alle älteren Teilgebiete der Praktischen Theologie, wie Homiletik (Pre- digtlehre), Liturgik, Religionspädagogik (Katechetik), Poimenik (Seelsorge- lehre) reflektiert auch die Christliche Publizistik als Wissenschaft die aktuelle Praxis und die geschichtliche Entwicklung ihrer Gegenstände. 3. Als Vater der Christlichen Publizistik wird in Deutschland Bernhard Klaus (1913 – 2008) genannt, der das Institut für Christliche Publizistik an der Fried- rich-Alexander-Universität zu Erlangen 1966 begründet hat 2 . Als Impulsgeber lic presentation of the Christian message since the days of the apostles. Thereafter, the variety of the Christian proclamation ranges from the writings of the New Testament, the Church Fathers and theolo- gians of the Middle Ages and the Reformation, the pamphlets of the 16th and 17th centuries and the Christian journals from the 18th cen- tury to the present with their possibilities of electronic publication. At the heart of the Christian message, that has developed such a continuous journalistic practice, is a provocative point of controversy about the self- understanding of all societies since the Neolithic: The basic mechanism of humane societies is „forgiveness rather than retribution“ (see Gen. 50) and the highest authority is represented by the thoughts of the „benevolent Father“ (Luke 15) or the „oncoming love“ (1 John 4:16).Keywords Message, Broadcasting, Television, Inner Mission, Catechism, Song, Mass Media, Electronic Media, Press Association, Magazine
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