XIII - 14.3

Medienethik angesichts der Digitalisierung im Kontext von Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus

📖 Leseprobe – 2 von 33 Seiten
Medienethik angesichts der Digitalisierung XIII - 14.3 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 62. EL 2019 1 Zusammenfassung Medienethik wandelt sich angesichts der Digitalisierung, die zunehmend alle Lebensbereiche umfasst. Dabei sind zwei Entwicklungen zu beobachten: Ers- tens geht es in der Medienethik um einen „digital turn“, der sich in neuen Er- kenntnisobjekten zeigt und auch zu neuen Methoden führen sollte. Zweitens geht es bei dieser Entwicklung auch um ein verstärktes Zusammendenken von medien-, informations- und technikethischen Themen. Der Artikel weist medienethische Fragestellungen auf, die sich durch die Digitalisierung in den Religionen von Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus ergeben. Dabei sind sowohl bei der Bereitstellung, Nutzung und dem Umgang mit Medien und damit neuen Technologien als auch auf theologisch-theoretischer Ebene ethische Analysen notwendig. Es wird deut- lich, dass sich für eine interreligiös ausgerichtete Medienethik ein weites Forschungsfeld auftut. Schlagwörter Medienethik, Digitalisierung, interreligiöse Ethik, digital turn, Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus XIII - 14.3 Medienethik angesichts der Digitalisierung im K ontext von Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus [Media ethics in the face of digitization in the co ntext of Christianity, Judaism, Islam and B uddhism] Von Gotlind Ulshöfer Summary Media ethics is changing in the face of digitalization, which increasingly encompasses all areas of life. Two developments can be observed: first, media ethics is also affected by a "digital turn", which manifests itself in new objects of knowledge and should also lead to new methods. Second, this development Submitted March 03, 2019, and accepted for publication August 29, 2019. Editors: Martin Leiner, Christine Schliesser --- Seite 1 Ende --- XIII - 14.3 Medienethik angesichts der Digitalisierung 2 Westarp Science – Fachverlage also involves an intensified cooperation between research concerning media, information and technology ethics topics. This article researches media-ethical issues arising from digitization in the religions of Christianity, Judaism, Islam and Buddhism. In doing so, it shows that ethical analysis is necessary both in the provision, use and handling of media and thus new technologies as well as on theological-theoretical level. It becomes clear that a broad field of research is opening up for inter-religious media ethics.Keywords Media Ethics, Digitalization, Interreligious Ethics, Digital Turn, Christianity, Judaism, Islam, Buddhism 1 Medienethik und der „digital turn“ Medienethik als eine theologisch beziehungsweise philosophisch orientierte Analyse von Medien unter ethischen Gesichtspunkten hat sich in den vergan- genen Jahrzehnten thematisch ausgeweitet. Dies hängt mit dem gesellschaftli- chen Wandel aufgrund der vermehrten Verbreitung und Nutzung von digitalen Technologien zusammen und führt auch zur Zunahme der Relevanz von Medie- nethik. Es bedeutet für das Verständnis von Medienethik, dass „Medienethik in jedem menschlichen Handeln mit Medien ausgeübt wird“ 1 und dass darüber hinaus die technisch-digitalen Dimensionen mit zu berücksichtigen sind. Im Folgenden soll die These entfaltet werden, dass sich in der Medienethik ein „digital turn“ 2 vollzieht, der sich auch bei einer komparativ angelegten Darstel- lung von Medienethik in Bezug auf unterschiedliche Religionen zeigen lässt. Mit der Bezeichnung „digital turn“ soll daher zum einen auf die zunehmende Digitalisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen, geografischen Regionen und Religionen verwiesen werden. Zum anderen geht es darüber hinaus um die damit zusammenhängenden Veränderungen der Analysen und der Konzepti- onen von Ethik bezüglich ihrer Erkenntnisobjekte, der Erkenntnismittel und der Erkenntnismedien. 3 Im Vergleich mit vordigitalen Zeiten zeigt sich insbesondere auf drei Ebenen ein Bedeutungswandel von Medien. Erstens tritt neben das klassische Sender-Emp- fänger-Schema von Massenmedien wie zum Beispiel beim Fernsehen, aufgrund von Social Media sowie den mobilen Geräten von Smartphones und Tablets, das Phänomen, dass jeder und jede zur Senderin und zum Empfänger werden kann. Zweitens hat sich die Reichweite der Informationsverbreitung vergrößert.
✂️ Ende der Leseprobe ✂️
Der vollständige Artikel umfasst 33 Seiten