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Jainas in der Schweiz

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Jainas in der Schweiz XI - 1 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 71. EL 2022 1 Zusammenfassung In der Schweiz leben (Stand August 2021) um die 30  Jaina-Familien verschie- dener Strömungen wie Digambaras und Śvetāmbaras. Aufgrund ihres Wun- sches, sich über ihre Religion auszutauschen und ihr Wissen zu erweitern, begannen sie sich ab  2008 zuerst auf regionaler, später auch auf nationaler Ebene zu treffen. Damit wurde ein Gemeinschaftsbildungsprozess initiiert, an dem Schweizer Jainas verschiedener Strömungen teilnahmen. Ein solcher Prozess, wie auch die Diaspora-Situation selbst, ist immer mit Aushandlun- gen und religiösen Transformationen verbunden, was auch im Schweizer Kontext deutlich wird. So wurde durch den Gemeinschaftsbildungsprozess eine schweizerische Form des Jainismus etabliert. Dabei handelt es sich um einen strömungsübergreifenden und universellen Jainismus, der auf As- pekten wie Vegetarismus, Umweltbewusstsein und Gewaltlosigkeit basiert. Der Schweizer Gemeinschaftsbildungsprozess war aber nicht nachhaltig, da seit 2016 keine gemeinsamen Versammlungen mehr stattfanden. Die Ursachen und Prozesse, die zur Bildung einer Jaina-Gemeinschaft, sowie diejenigen, die zur Auflösung derselben geführt haben, werden im folgenden Artikel beleuchtet. Schlagwörter Jainismus, Diaspora, Gemeinschaftsbildung, religiöse Transformationen XI - 1 Jainas in der Schweiz [Jains in Switzerland] Mirjam Iseli Submitted December 10, 2021, and accepted for publication January 17, 2022 Editor: Sandhya Veena Küsters Summary Switzerland is home to around 30  Jain families from various currents such as Digambaras und Śvetāmbaras. Due to their desire to exchange ideas about their religion and to expand their knowledge, they began to meet from  2008, first on a regional and later also on a national level. This initiated a com- --- Seite 1 Ende --- XI - 1 Jainas in der Schweiz 2 Westarp Science – Fachverlage Vorbemerkung: Jainas in der Schweiz 1 Im Jahr  2021 leben über hundert Jainas in der Schweiz, hauptsächlich im Raum Genf, Bern, Zürich und Basel. Sie gehören den unterschiedlichen Strömungen an. Es gibt Digambaras und auch Śvetāmbaras der verschiedenen Subtradi- tionen, wobei die Anzahl der Śvetāmbaras leicht überwiegt. Die Schweizer Jainas sind aus unterschiedlichen Ländern wie zum Beispiel Indien, Kenia, England in die Schweiz eingereist. Diese Einreise erfolgte jeweils aus beruf- lichen Gründen oder aufgrund des Studiums. Es gibt auch Jainas der zweiten (und dritten) Generation, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen sind. Das Leben als Schweizer Jaina ist mit Herausforderungen verbunden. So ist es in der Schweiz nicht möglich, in einer traditionellen Jaina-Gemeinschaft zu leben, zu der Asketinnen und Asketen sowie Laien gehören, da keine religiösen Spezialisten und Spezialistinnen permanent anwesend sind. Auf die Initiative eines einzelnen Jainas hin wurde Ende September  2021 eine Mahāvīra-Statue in einem Hindu-Tempel im Raum Zürich eingeweiht. Dies ist die erste öffent- liche religiöse Jaina-Stätte der Schweiz. Im Folgenden soll anhand von vier Phasen aufgezeigt werden, wie die Migra- tion und Integration der Schweizer Jainas zwischen 1970 und 2021 abliefen. Dabei ist ersichtlich, wie sich eine Gemeinschaft formiert und wieder aufgelöst hat. Die Gründe dafür werden im Anschluss besprochen. munity building process in which Swiss Jains from various currents partici- pated. Such a process, like the diaspora situation itself, is always associated with negotiations and religious transformations, which is also clear in the Swiss context. This is a cross-curricular and universal Jainism based on aspects such as vegetarianism, environmental awareness, and non-violence. However, the Swiss community building process was not sustainable, as there have been no joint meetings since 2016. The causes and processes that led to community building as well as those that led to its dissolution are highlighted in the following article. Keywords Jainism, diaspora, community building, religious transformations
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