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Da Love Ananda-Da Free John-Adi Da

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Da Love Ananda - Da Free John - Adi Da IX - 18 IX-18 Da Love Ananda-Da Free John-Adi Da Von Katrin Hille, Jeannine Kunert, Silke Ulmschneider Der Weg zur Erleuchtung Da Love Ananda - auch bekannt als Da Free John, Bubba Free John, Dau Loloma, Da Avadhoota, Da Kalki, Santosha Da, Da Avabhasa, Adi Da, Ruchira Avatar Adi Da Samraj - wurde als Franklin Albert Jones am 3. November 1939 in Jamaica im amerikanischen Bundesstaat New York als Sohn eines protestan­ tischen Kaufmannes geboren. Da Love Ananda berichtet in seiner Autobiographie „The Knee of Listening“ von seiner frühen Kindheit als einem Zustand der Erleuchtung: ,,[...]doch schon seit meiner frühesten Lebenserfahrung habe ich mich eines Zustandes erfreut, den ich als das ,Helle 4 (The Bright = Erleuchtung) bezeichnen möchte. Ich erinnere mich daran, wie ich als Kleinkind umherkrabbelte und ein unglaubliches Gefühl von Freude, Licht und Freiheit in der Mitte meines Kopfes empfand, der von Energien durchflutet war, die frei von oben herabflossen, dann wieder hochstiegen, sich abermals umwandten und abwärts meinen Köiper und mein Herz durchströmten. Es war eine vom Herzen her sich ausdehnende Sphäre der Freude. Und ich war eine strahlende Gestalt, eine Quelle von Energie, Glückseligkeit und Licht.“ (Zitiert nach Georg Feuerstein: Heilige Narren, Frankfurt a.M., 1996, S. 151.) Im zweiten oder dritten Lebensjahr entschloss er sich, diesen Zustand der Ganzheit und Erleuchtung aufzugeben. Ihm wurde bewusst, dass seine Umgebung für ein derartiges Leben nicht bereit war. Die Erinnerung an das Erleben eines erleuchteten Daseins motivierten ihn jedoch, sich auf den mühevollen Weg zu begeben, diesen Zustand wieder zu erlangen. Nach seinem High School Abschluss studierte er an der Columbia und an der Stanford Universität Philosophie im Hauptfach und besuchte auch protestan­ tische Seminare. Auf seiner Suche nach der Wahrheit und der Ursache allen menschlichen Leidens experimentierte er mit vielen religiösen, spirituellen Wegen und Techniken sowie mit verschiedenen Drogen. Schließlich kam er zu der Erkenntnis, dass sich die Logik allen Lebens, Leidens, Suchens und des Todes mit dem Bild von Narcissus beschreiben lässt, dem in sich selbst verliebten Jüngling der griechischen Mythologie. Nach Da Love Ananda lebt jedes menschliche Wesen als Narcissus, durch das eigene Ego abgeschnitten von der einen Wahrheit. Es gibt für ihn nur eine Wahrheit bzw. ein transzendentes Bewusstsein (brahman) und diese Wahrheit ist die wahre menschliche Identität. Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 10. EL 2005 1 --- Seite 1 Ende --- IX-18 Da Love Ananda - Da Free John - Adi Da Nach Beendigung seines Studiums wurde er 1964 Schüler des Kundalini-Yoga- Lehrers Swami Rudrananda, einem amerikanischen Anhänger des indischen Gurus Swami Muktananda. Die tantrische Elemente aufweisende Lehre des Kundalini-Yoga beruht auf der Annahme, dass jedem Menschen die beiden göttlichen Aspekte Shiva („Vater“) und Shakti („Mutter“) innewohnen. Shiva hat seinen Sitz unter dem Schädeldach, und die weibliche Kraft Shakti befindet sich als zusammengerollte Schlange (Kundalini) am Ende des Steißbeins. Durch bestimmte Techniken, wie Atemkontrolle und Mantra-Meditation, wird versucht, die „Kundalini“ zu wecken und zum Aufstieg zu bringen, um sich mit ihrem Gegenpol Shiva zu vereinigen und so Ekstase und Seligkeit herbeizuführen. Unter Rudrananda betrieb Da Love Ananda auch einige Jahre intensiver Übung des Guru-Yoga: die Unterwerfung unter das Göttliche mittels Hingabe an den Lehrer. Bei dieser Yoga-Tradition ist es Aufgabe der Schülerinnen, die Gedanken, Worte und Aktivitäten nach streng reglementierten Vorschriften ständig auf den Guru auszurichten, der wiederum die Erleuchtung garantiert. 1968 begab sich Da Love Ananda nach Ganeshpuri in Indien in das Ashram Muktanandas, den er nun als seinen neuen Guru ansah. Dort erlebte er zum ersten Mal wieder den Zustand objektloser Ekstase (Samadhi), eine Form yogischer Befreiung, die ihm sogar von Muktananda bescheinigt wurde; außer­ dem sammelte er dort einige Kundalini-Energie-Erfahrungen. Von Muktananda erhielt er eine formelle Lehrerlaubnis, die eine wichtige Voraussetzung für die Erlangung des „Gurustatus“ darstellt. Da Love Ananda lehrt, dem Gesagten nach, nicht aus seinem völlig eigenen Fundus an Erkenntnis heraus, sondern aus der Tradition des Siddha-Yoga der Muktananda-Tradition, einer Form des Yoga, bei der der Körper mit seinen physischen und tantrischen Funktionen eine zentrale Rolle spielt. Nach mehreren Indienreisen erschien ihm während einer Meditation in einem hinduistischen Tempel der Vedanta-Schule in Los Angeles 1970 als Vision die Jungfrau Maria, die er als Manifestation des kosmischen weiblichen Prinzips (Shakti) verstand. Er trennte sich daraufhin von Muktananda, und die Shakti- Visionen gingen laut seinen Berichten allmählich in das Gefühl permanenter innerer Präsenz über, bis hin zu einer vollkommenen Einheit mit dem kosmischen Prinzip. Sein Identitätsgefuhl veränderte sich vom konditionierten Ego hin zum transzendenten Selbst. Diese Erfahrung der Erleuchtung beschrieb er wie folgt: „Da fühlte ich, wie Shakti sich meiner eigenen Gestalt anschmicgtc. Sie umarmte mich und wir umklammerten einander in sexueller Vereinigung. Wir hielten einander in einem Feuer kosmischer Lust umschlungen, als sollten wir Universen gebären. Dann empfand ich die Einheit der göttlichen Energie und meines eigenen Wesens. Da war keinerlei Trennung.“ (Zitiert nach Georg Feuerstein: a.a.O., S. 153f.) 2 Westarp Science - Fachverlage
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