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Healthy-Happy-Holy-Organisation (3HO)

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Healthy-Happy-Holy-Organisation (3HO) VIII - 5 VIII - 5 Healthy-Happy-Holy-Organisation (3HO) Von Helmut Langel Entstehung Der ehemalige Zollbeamte Yogi Bhajan gründete 1969 die Healthy-Happy- Holy-Organisation. Rein äußerlich betrachtet, scheint es eine amerikanische Bewegung zu sein. Bhajan lehrte vor der Gründung der 3HO, wie die Organi­ sation auch wegen der drei „H“ im Titel genannt wird, am East-West-Center in Los Angeles. Dieses von Aurobindo-Schülem geführte Institut pflegte die Aus­ einandersetzung mit indischer Lebensphilosophie, wie sie von Aurobindo ge­ lehrt wurde. Bhajan gehörte eigentlich der Religion der Sikhs an und brachte deshalb auch diesen Aspekt seiner religiösen Sozialisation in seine Lehre ein. Die Religion der Sikhs entstand im Indien des 16. Jahrhunderts und geht zu­ rück auf Guru Nanak. Sie versuchte, den Islam und den Hinduismus miteinan­ der in Einklang zu bringen, um deren gegenseitige Bekämpfung zu überwin­ den. Der Inder Yogi Bhajan wurde zum Oberhaupt des von ihm ins Leben geru­ fenen „Sikh Dharma der westlichen Hemisphäre“, der seinen Sitz in Los Angeles hat. Seine Hinwendung zum Kundalini- und Hatha-Yoga ergänzte er durch Ele­ mente des Sikhismus. Zunächst war die 3HO eine eher lockere Gemeinschaft von Yoga-Gruppen. Im Laufe der Zeit, mit zunehmender Anerkennung, zentra­ lisierte sich die Organsation und betrachtet sich seit einiger Zeit als eine Art Zentrum einer geistigen Nation, die sich als Sikh-Nation (khalsa) versteht. Lehre Bhajans Lehre kombiniert sikhistische und hinduistische Motive und übersetzt sie in eine Sprache, die den New-Age-Vorstellungen mit ihrer esoterisch- spirtuellen Lebensphilosophie entspricht. Der Akzent liegt dabei auf astral­ metaphysischen Aspekten, die den Übergang zum Wassermannzeitalter beschrei­ ben: „Yoga als ein Weg, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, spielt eine wichtige Rolle beim Übergang zum Wassermannzeitalter. Entweder wir entwickeln ein neues Bewußtsein von unserem Körper, unseren Emotionen, unserer Ernährung usw., oder wir werden die Geister der totalen Vernichtung nicht mehr los, die wir am Ende der Fischezeit gerufen haben. Deshalb ist es mehr als nur ein Beruf oder eine Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten, Yogalehrer oder Yogalehrerin zu sein. Wir brauchen neue Wege und neue Le­ bensformen, neue Werte und ein anderes Bewußtsein.“ (Prospekt der 3HO, zi­ tiert nach Schipmann, a.a.O. S. 39) Das apokalyptische Moment in der Lehre der 3HO betont die Notwendigkeit der Entscheidung für die neue Yoga-Lehre. Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 2. EL 1999 1 --- Seite 1 Ende --- VIII - 5 Healthy-Happy-Holy-Organisation (3HO) Der „Yoga der Bewußtheit“, wie ihn 3HO lehrt, ist eine Art tantrischer Yoga magisch-ritueller Natur, der die körperliche Lebensenergie (vorgestellt als Schlange im unteren Körperbereich, Kundalini) wecken und läutern soll. Die meditativen Praktiken sind eingebettet in eine Lebensführung, die auf „natürli­ cher, vegetarischer Ernährung“ basiert und auch „Alkohol, Tabak und Drogen“ ausschließt. Der sich auf diesem Weg befindende Yoga-Schüler macht nach der Lehre der 3HO die Erfahrung göttlicher, kreativer und heilender Energie. Das heilige Buch der Sikhs, der Guru Granth (die Sikhs verehren dieses Buch wie eine Person und geben ihm deshalb diesen Titel), ist auch als religiöses Werk in der 3HO anerkannt. In ihm wird der Glaube an einen Schöpfergott gelehrt. Die Merkmale des Sikhismus sind die fünf K’s: kash, unbeschnittenes Haar, kangha: ein Kamm, der Selbstdisziplin verkörpert, kirpan: das für Sikhs so bekannte Kurzschwert, das auch ihre soldatischen Tugenden symbolisiert, kachh: knielange Hosen, kara: das Stahlarmband gehören auch heute noch zu den Kennzeichen des modernen Sikh (Klöcker/Tworuschka 1994, S. 140f). Religiöse Autoritäten Im Mittelpunkt der 3HO steht die Person des Gurus. Seine sprituelle Autorität vermittelt den Anhängern den Eintritt in die Gemeinschaft (Khalsa).Yogi Bhajan ist die zentrale Autorität. Andererseits werden in den Mantras auch Gurus der Vergangenheit benannt wie zum Beispiel Namdev (im Sikhismus verehrter Guru, Ende des 14. Jh.). Kultus Das Erlernen, Ausüben und Weiterlehren der Meditation steht im Zentrum der 3HO. „Worauf man sich auf jeden Fall deutlich festlegen soll, ist, die Tradition des Kundalini Yoga zu bewahren. Das bedeutet, Yogi Bhajan als Quelle und Prüfstein des Kundalini Yoga anzuerkennen und selbst den Unterricht in der richtigen Struktur weiterzugeben. Ein Beispiel und Testfall für diese Struktur ist das Singen des Mantras.[...] zu Beginn einer Klasse. Weiter gehört zur Mit­ gliedschaft im 3HO Lehrerverein, daß man sich jedes Jahr weiterbildet. Man verpflichtet sich zu wenigstens einem Wochenendseminar oder Weißen Tantrik Kurs jährlich. Schließlich gibt es das sogenannte Gurdakshna, traditionell die Gabe des Schülers an den Meister. Gurdakshna ist die Bezahlung an den Lehrer­ verein von 10% der Einnahmen aus Kundalini Yoga Unterricht, mit einem Min­ destbeitrag von 10,- DM monatlich.“ (zitiert nach Schipmann, a.a.O. S. 39) 2 Westarp Science - Fachverlage
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