V - 3.2

Die Bahá'í-Religionsgemeinschaft in Österreich

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Die Bahā’ī-Religionsgemeinschaft in ÖsteRReich V - 3.2 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen | 74. EL 2022 1 Zusammenfassung Mit dem Perser Khamsī-Bāqiroff, der sich 1911 in Wien niederließ, beginnt die Geschichte der Bahā’ī in Österreich. Ein erster Höhepunkt ist der Besuch von c Abdu’l-Bahā in Wien im April 1913. Zwischen den beiden Weltkriegen waren die wichtigsten Aktivitäten auf Wien beschränkt, und erst ab der Mitte der 1950er-Jahre setzten durch Bahā’ī, die vor allem aus dem Iran als sogenannte „Pioniere“ nach Österreich kamen, umfangreichere neue Akti- vitäten und die schrittweise Verbreitung der Religion in die verschiedenen Bundesländer ein. Gezielte Strategien zur Bekanntmachung der Religion führten zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren zu einem weiteren Wachs- tum. Als Höhepunkt dieser Entwicklung kann die Anerkennung der Religion als „staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft“ im Jahr 1998 gelten. Dadurch wird es den Bahā’ī möglich, in vielen Bereichen als Religi- onsgemeinschaft – und nicht nur als Verein – zum Nutzen der Gesellschaft zu wirken. Im Jahr 2010 wurde in Wien das Bahá’í Center Austria als or- ganisatorischer Mittelpunkt der Religion in Österreich gegründet. Derzeit leben ungefähr 1200 Bahā’ī in Österreich. Schlagwörter c Abdu’l-Bahā; Pioniere; religiöse Bekenntnisgemeinschaft; Bahá’í Center Austria V - 3.2 D ie Bahā’ī-Religionsgemeinschaft in Österreich [The Bahā’ī Religious Community in Austria] manfReD hutteR Submitted May 10, 2022, and accepted for publication August 18, 2022 Editor: Franz Winter Summary The history of the Bahā’ī faith in Austria started with the Persian Khamsī- Bāqiroff, who settled in Vienna in 1911. A first highlight is c Abdu’l-Bahā’s visit to Vienna in April 1913. Between the two World Wars, the most impor- tant activities were limited to Vienna, and it was only from the mid-1950s when Bahā’ī mainly from Iran had come to Austria, new activities started which led to the gradual spread of the religion in the various federal states. --- Seite 1 Ende --- V - 3.2 D ie Bahā’ī-Religionsgemeinschaft in ÖsteRReich 2 © Westarp Science Fachverlag 1 Einleitung Zurzeit gibt es weltweit – in mehr als 200 Staaten – nach einigermaßen ver- lässlichen Schätzungen rund 6 Millionen Personen, die der in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Iran entstandenen Bābī- und der daraus im Jahr 1863 her- vorgegangenen Bahā’ī-Religion angehören. Dadurch ist die Entstehung der Religion eng mit dem schiitischen Islam verbunden, wobei aus schiitischer Perspektive die Bahā’ī als „Abtrünnige“ betrachtet werden, sodass es von Be- ginn an zur Verfolgung der Religionsangehörigen im Iran gekommen ist – eine Situation, die bis zur Gegenwart anhält. Trotz dieser ungünstigen Ausgangs- situation durch Verfolgung konnte Bahā’u’llāh, 1 den die Bahā’ī als Offenba- rungsbringer ansehen, die Gemeinde schrittweise festigen. Da der Islam keinen Propheten nach Muhammad anerkennt, wurde Bahā’u’llāh im Jahr 1868 nach c Akkō in Palästina verbannt, wo er bis zu seinem Tod 1892 blieb. In seinem umfangreichen Schrifttum – zentral sind der Kitāb-i Aqdas und der Kitāb-i Īqān – legte er die Glaubenslehren, ethischen Werte und Vorstellungen über eine Bahā’ī-inspirierte Weltordnung dar, wobei diese Aussagen durch seinen Sohn c Abdu’l-Bahā (1844‒1921) und dessen Enkel Shoghi Effendi (1897‒1957) weiter konkretisiert wurden. Seit 1963 ist das sogenannte „Universale Haus der Gerechtigkeit“ das Führungsgremium der Religion, dem für jeweils eine fünfjährige Amtsperiode neun gewählte männliche Bahā’ī angehören. Auf- grund der Verbannung Bahā’u’llāhs nach c Akkō befinden sich alle zentralen Einrichtungen der Religion heute im Gebiet des Staates Israel. Die Glaubenslehren der Bahā’ī brauchen hier nur in äußerster Kürze referiert zu werden, weil Constance Hartung in ihrem Beitrag des Handbuchs einen Targeted strategies to publicize the religion led to further growth between the 1970s and 1990s. The recognition of the religion as a “State-registered Religious Confessional Community” in 1998 can be regarded as the high- light of this development. This enables the Bahā’ī to work in many areas as a religious community – and not just as an association – for the benefit of society. In 2010 the Bahá’í Center Austria was founded in Vienna as the organizational centre of the religion in Austria. About 1,200 Bahā’ī currently live in Austria. Keywords c Abdu’l-Bahā; pioneers; Religious Confessional Community; Bahá’í Center Austria
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