IV - 3.3.4

Islamisch-theologische Studien im deutschsprachigen Raum

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Islamisch -theologische Studien im deutschsprachigen RaumIV - 3.3.4 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 71. EL 2022 1 Zusammenfassung Über ein Dutzend Institute an Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bilden gemeinsam die deutschsprachigen islamisch-theolo- gischen Studien. Seit den Empfehlungen des Wissenschaftsrats 2010 zur Einführung islamischer Studien entwickelt sich das Fach in Form verschie- dener Forschungsbereiche, die klassische islamische Wissenschaften mit Wissensbeständen und Methoden säkularer Bezugsfächer verbinden sowie neue Subdisziplinen gründen. Häufig widmet sich das Fach kontextbezoge- nen Fragestellungen. Die Fortführung einer islamischen Wissenstradition am Ort der säkularen Universität prägt das Selbstbild vieler Wissenschaft- lerinnen und Wissenschaftler. Als Vertreterinnen und Vertreter islamisch- theologischer Studien agieren diese in unterschiedlichen universitären, ge- sellschaftlichen und religiösen Funktionen. Demgegenüber gestaltet sich die viel diskutierte Beziehung zwischen islamischen Organisationen und universitären Instituten in Form von Austausch, Kooperation und Konflikt. Die meisten Studierenden sind weiblich und befinden sich im Erststudium. Ihre beruflichen Perspektiven, etwa im schulischen Lehramt oder in der Gemeindearbeit, sind noch nicht nachhaltig geklärt. Schlagwörter Theologie, Islam, Universität, Religionsunterricht, Imam-Ausbildung IV - 3.3.4 Islamisch-theologische Studien im deutschsprachigen Raum [Islamic-theological Studies in German-speaking countries] Jan Felix Engelhardt Submitted December 10, 2021, and accepted for publication January 17, 2022 Editor: Serdar Kurnaz Summary More than a dozen institutes at universities in Germany, Austria and Swit- zerland constitute Islamic theological studies in the German-speaking coun- tries. Since the 2010 recommendations of the German Council of Science --- Seite 1 Ende --- IV - 3.3.4 Islamisch -theologische Studien im deutschsprachigen Raum 2 Westarp Science – Fachverlage 1 Struktur Die islamisch-theologischen Studien im deutschsprachigen Raum sind ein klei- nes Fach. Im Jahr  2021 umfassen sie etwa 45  Professuren und ca.  180 wissen- schaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zum Beispiel auf Postdoc- oder Promotionsebene. Diese verteilen sich auf zwölf deutsche, drei österreichische sowie eine Schweizer  Hochschule. Die meisten Professuren und Mitarbeite- rinnen sowie Mitarbeiter stellen die universitären Standorte in Deutschland, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zwi- schen  2011 und 2021 gefördert wurden (Erlangen-Nürnberg, Frankfurt am Main/Gießen, Münster, Osnabrück, Tübingen) bzw. seit  2019 gefördert werden (Paderborn, Humboldt-Universität zu Berlin). Hinzu kommen die Universität Hamburg sowie die Pädagogischen Hochschulen in Karlsruhe, Ludwigsburg und Freiburg i.  Br. (ohne Professur), in Österreich die Universitäten Wien und Innsbruck, die kirchlich-pädagogische Hochschule Wien/Krems (ohne Pro- fessur) sowie in der Schweiz die Universität Freiburg i.  Ü. Mit Ausnahme der Schweizer Universität Freiburg bieten alle Hochschulen ein Lehramtsstudium für islamische Religionspädagogik an, außerdem kann an den meisten Stand- orten islamische Theologie als Hauptfach studiert werden. Einige bieten zudem spezialisierte Studiengänge in sozialer Arbeit und Seelsorge (Osnabrück, Tü- bingen), Islam und Medien (Erlangen-Nürnberg) oder Islam in gesellschaftli- chen Bezügen (Tübingen) an. and Humanities, the discipline evolves in form of different research fields combining classical areas of knowledge from Islamic sciences with know- ledge and methods of secular neighboring disciplines. New subdisciplines have also been established. Continuing the Islamic knowledge tradition at the secular university is a leading motive in the self-perception of many scholars. As members of Islamic theological studies, they act in different functions at the university, in societal and religious contexts. The much-debated relation between Islamic organizations and university institutes is characterized by dialogue, cooperation, and conflict at the same time. Most of the students are female and first-generation students. Their job perspectives, for example at public schools or in local communities, are to a certain extent still unclear. Keywords Theology, Islam, university, religious education, Imam education
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