II - 5.6

Freie Apostelgemeinden

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Freie Apostelgemeinden II - 5.6 II - 5.6 Freie Apostelgemeinden Von Udo Tworuschka Von der Neuapostolischen Kirche (II-5.5) hat sich im Laufe der Zeit eine Reihe selbständiger Apostelgemeinden abgestaltet. Aus dem 1902 von dem originel­ len religiösen Sozialisten, Kirchen- und Gescllschaftskritiker Julius Fischer (1867-1923) gegründeten Apostelamt Juda entstanden nach dessen Tod zwei Vereinigungen: Die Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus -Apostelamt Juda, die nach Angaben aufgrund einer Mitgliederbestandsaufnahme von 1983 ins­ gesamt etwa 6.000 (tendentiell überalterte) Mitglieder hat. Die Hälfte der Mit­ glieder verteilt sich in den neuen Bundesländern auf acht „Stämme“, in den alten Bundesländern auf sechs. Die zweite Vereinigung ist die von Hermann Krüger (1869-1933) gegründete und geleitete, später sog. Apostelamt Simeon in Jacobs Geschlecht. Unter Führung von Albert Trubach vergrößerte sich die Gemeinde beträchtlich. Nach ihrem Verbot während der Zeit des 3. Reiches heißt sie seit 1947 Apostelamt Jesu Christi (AJC) (Hauptamt, Chamissostr. 8, 13587 Berlin, Tel: 030/3355155, Fax: 3369126). Leiter Trubach (1901-1980) führte seither den Titel „Stammapostel“. Neuer Hauptleiter und Stammapostel ist seit 1981 Waldemar Rohde (geb. 1934). Das Hauptverbreitungsgebiet des sich ökumenisch öffnenden AJC liegt traditionell in den neuen Bundesländern (Berliner Gegend, Mark Brandenburg). Von den 20.000 Mitgliedern leben 14.000 - organisiert in ca. 190 Gemeinden - in den neuen Bundesländern. Im ehemali­ gen Westberlin sollen es ca. 5.000 sein. Im AJC haben nicht nur (Stamm-) Apo­ stel, sondern auch die übrigen Ämter (Propheten, Evangelisten, Hirten, Bischöfe, Älteste, Priester, Diakone, Unterdiakone) Bedeutung. Durch (lehrmäßig begründeten) Ausschluß der beiden Apostel Carl August Brückner und Max Ecke aus der Ncuapostolischen Kirche (1921) entstand die Reformiert-apostolischc Gemeinde, heute Reformiert-Apostolischer Gemeinde­ bund genannt. Hauplvcrbreitungsgcbiet der ca. 50-60 Gemeinden (3.000 Mit­ glieder) sind die neuen Bundesländer. Neben mehreren freien apostolischen Gemeinden in den Niederlanden und in der Schweiz (Herstelt Apostolische Zendingskerk; Apostolisch Genootschap; Gemeente van Apostolische Christenem, Vereinigung Apostolischer Christen u.a.), die sich aufgrund der Endzeitbotschaft von Stammapostel J.B. Bischoff in den 1940er und 50er Jahren von der Ncuapostolischen Kirche abgcspaltcn haben, gibt es in Deutschland die ebenfalls aus Protest gegen diese Botschaft 1955 entstandene Aposto/Ec/ie Gemeinschaft. Sic übernahm die Institution des Apostelamtes, lehnt jedoch das Amt des Stammapostels ab. In Deutschland soll cs ca. 1 10 Gemeinden mit etwa 10.000 Mitgliedern geben. Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 1997 1 --- Seite 1 Ende --- II - 5.6 Freie Apostelgemeinden Eine Art Dachverband freier apostolischer Gemeinden stellt die 1956 gegrün­ dete Vereinigung der Apostel der Apostolischen Gemeinden dar, zu der neben deutschen auch niederländische und südafrikanische Gemeinden mit insgesamt 30.000 Mitgliedern gehören. Eine der jüngsten größeren Abspaltungen von der Neuapostolischen Kirche ist die Apostolische Gemeinde - ausgehend von Hessen und angrenzenden Gebie­ ten deren Gründer Anfang 1988 ausgeschlossen wurden. Sie hatten Kritik an der Machtkonzentration des Apostelamtes (insbesondere des Stammapostels) geübt, treten für die anfängliche „Lehre der (frühchristlichen) Kirche“ ein, die neben dem Amt der Apostel das der Propheten kannte. Die Erstarrung der Neu­ apostolischen Kirche zu einer Amts- und Gehorsamskirche wird ebenso kriti­ siert wie die 1932 vorgenommene Veränderung des „Zeugnis(ses) der Apostel“ (s.o.). Literatur Reimer, Hans-Diether/Eggenberger, Oswald: ...neben den Kirchen, Konstanz, 9. Aufl. 1990, S. 279-84 2 Westarp Science - Fachverlage
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