II - 4.2.18

„United Religions Initiative" (URI) oder: Religionen auf dem Weg zur Versöhnung

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Dialogvorbild aus den USA: URI II - 4.2.18 II - 4.2.18 „United Religions Initiative“ (URI) oder: Religionen auf dem Weg zur Versöhnung Von Anke Kreutzer Geschichte und Zielsetzung 1995 hielt der Bischof der Episkopalen Kirche von Kalifornien, William Swing, den interreligiösen Gottesdienst anläßlich des fünfzigjährigen Gründungs­ jubiläums der UNO in seiner Heimatstadt San Franzisko ab. Dies war das Initial­ erlebnis, das dem Bischof, wie er bekennt, angesichts der zahlreichen religiös motivierten Konflikte in der Welt schlaflose Nächte bereitete und ihn veran­ laßte, eine Initiative zum Frieden und zur Versöhnung zwischen den Religio­ nen zu gründen, die einmal eine ähnliche Rolle für die Religionsgemeinschaf­ ten spielen könnte wie die UNO für die Staaten. Inzwischen sind fast fünf Jahre vergangen, und aus der ersten Initiative eines schlaflosen Bischofs ist eine Orga­ nisation erwachsen, die ein Büro mit mehreren festen Mitarbeitern in San Franzisko unterhält, bereits sechs Gipfelkonferenzen mit meist ca. 200 Teilnehmern aus aller Welt organisiert hat und auf allen Kontinenten über Kooperationsgruppen verfugt - ein Netzwerk des guten Willens und des persönlichen Engagements von Geistlichen als auch Laien unterschiedlichster Berufsgruppen, aller großen religiösen Traditionen und aller Hautfarben. Wenn Bischof Swing ein zentrales Anliegen der United Religions Initiative zusammenfaßt, dann in den Worten: „Kein Töten mehr im Namen der Religion!“ Die URI beschreitet neue Wege in der Art und Weise, wie sie sich selbst orga­ nisiert: In mehrjähriger Arbeit hat sie sich eine Charta gegeben, die in sorgfäl­ tiger Gruppenarbeit und weltweiter Verteilung nunmehr einen kollektiven Traum widerspiegelt und von allen mitgetragen wird, die sich dieser Initiative ver­ pflichtet fühlen. Die dezentralisierte, demokratische Struktur lädt dazu ein, an jedem Ort der Welt regionale wie auch überregionale Kooperationskreise zu gründen, die nur zwei Bedingungen erfüllen müssen: 1. ihre Mitgliedschaft soll jeweils mehrere religiöse Traditionen repräsentieren und 2. ihre Arbeit ist den gemeinsam erarbeiteten Prinzipien und Zielsetzungen der URI verpflich­ tet. Die grundsätzliche Zielsetzung formuliert die Charta: „Zweck der United Religions Initiative ist es, einen sicheren Raum für spiritu­ elle Partnerschaften zu schaffen, in dem die Menschen aller Welt in der Ach­ tung vor allem Leben auf Gerechtigkeit, Heilung und Frieden hinwirken.“ In ihren Organisationsprinzipien verweist die URI ausdrücklich darauf, daß sie keine Religion ist, sondern eine Organisation, die zwischen den existierenden religiösen Traditionen Brücken schlägt. Sie erklärt: „Wir teilen einen tiefen Respekt vor der heiligen Quelle der Weisheit in jeder Religion.“ Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 5. EL 2001 1 --- Seite 1 Ende --- II - 4.2.18 Dialogvorbild aus den USA: URI Die URI wird nicht von einer zentralen Verwaltung und Entscheidungsinstanz getragen, sondern von ihren lokalen Arbeitsgruppen. Sie vertraut darauf, daß die Menschen vor Ort am besten die drückendsten Probleme kennen wie auch die Wege zu ihrer Überwindung. Auch überregional, etwa mittels Internet, fin­ den sich solche kooperativen Gruppen zusammen, wie beispielsweise im Be­ reich der Menschenrechte, der freien Religionsausübung, zum Thema der Ge­ waltlosigkeit und anderes mehr. Globale Vernetzung und lokale Präsenz gehö­ ren zusammen. Im Juni 2000 hat sich die United Religions Initiative offiziell begründet und ihre Charta zur Unterschrift vorgelegt. „Frieden ist jeder Schritt.“ (Thich Nhat Hanh) 2 Westarp Science - Fachverlage
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