II - 2.1.4.3

Generelles Verhältnis zu anderen Religionen und zur sozialen Umwelt

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Verhältnis zu anderen Religionen/zur sozialen Umwelt II - 2.1.4.3 II - 2.1.4.3 Generelles Verhältnis zu anderen Religionen und zur sozialen Umwelt Das Verhältnis zu anderen Religionen und zur sozialen Umwelt wurde bereits in anderen Kapiteln berührt. An dieser Stelle sei daher nur auf drei wesentliche Herausforderungen für die reformatorischen Kirchen hingewiesen: a) Verhältnis zum Judentum Erst nach der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik ist von christlicher Seite eine ernsthaft Bewegung zum Verstehen des Judentums ohne polemischen oder missionarischen Anspruch in Gang gekommen. Im Gespräch mit jüdi­ schen Menschen sind einige Einsichten gefunden und biblisch-theologisch fun­ diert worden, die allerdings nur mit Mühe Eingang in kirchliche Beschlüsse finden und in das Bewußtsein der Kirchenmitglieder noch nicht tief eingedrun­ gen sind. Als Kernpunkte sind zu nennen: • Der Glaube Israels ist die Wurzel auch des christlichen Glaubens • Das Volk Israel bleibt auch nach Entstehen der Kirche, die sich auf den Neuen Bund in Jesus Christus beruft, Bundespartner Gottes • Israel und Synagoge sind deshalb nicht Adressaten der kirchlichen Mission • Antijudaismus ist eine ständige Begleiterscheinung der Kirchengeschichte gewesen • Theologischer Antijudaismus trägt Mitverantwortung für den Antisemitis­ mus und letztlich für die nationalsozialistische Politik 32 b) Verhältnis zum Islam Die Beziehung des Christentums zum Islam ist ebenfalls von Polemik, Lei­ dens- und Gewalterfahrung geprägt (Kreuzzüge, Reconquista, ...), aber auch von geistiger Bereicherung. Im heutigen Deutschland leben ca. 2,5 Millionen Muslime. Eine offene, tolerante und faire gegenseitige Wahrnehmung kommt erst langsam in Gang. Modelle eines pluralen religiösen Lebens in Deutschland müssen erprobt werden (Konflikte um Moscheen, Gebetsruf, Fundamentalis­ musvorwurf). c) Ökumenische Praxis Die konfessionelle Ökumene zwischen röm.-katholischen und protestantischen Kirchen wird besonders in der Praxis von Gemeinden am Ort, in Laienbewe­ gungen (Kirchentag, Weltgebetstag der Frauen) und Kommunitäten und in In- Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 1997 21 --- Seite 1 Ende --- II - 2.1.4.3 Verhältnis zu anderen Religionen/zur sozialen Umwelt itiativen (Frieden, Solidarität, Welt-Läden) gelebt. Diese Gruppierungen arbei­ ten meist von vornherein ökumenisch und orientieren sich an konkreten Ziel­ setzungen in Kirche und Gesellschaft. 22 Westarp Science - Fachverlage
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