II - 1.2.20

Der Neokatechumenale Weg

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Der Neokatechumenale Weg II - 1.2.20 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 58. EL 2018 1 Zusammenfassung Der Neokatechumenale Weg zählt mit rund 1,5 Millionen Mitgliedern zu den erfolg- und einflussreichsten „Bewegungen“ in der römisch-katholischen Kirche. Weltweit haben ihm inzwischen 120 Ortsbischöfe eigene Priesterse- minare anvertraut. Papst Johannes Paul II., aber auch Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus haben den „Weg“ gefördert bzw. fördern ihn noch. KritikerInnen werfen ihm gleichwohl kirchenpolitisches Machtstreben, un- durchsichtiges Finanzgebaren und ein starkes Elitebewusstsein vor, das sek- tenähnlich wirke und ganze Pfarrgemeinden spalte. Im englischen Bistum Clifton wurde der „Weg“ 1997 sogar verboten. Bischöfe auf Guam und in England haben die Aktivitäten des Neokatechumenalen Weges noch 2017 in ihrem Zuständigkeitsbereich ausdrücklich reglementiert. Trotz aller Kritik wurde der „Weg“ 2002 in einer eigens für ihn geschaffenen Rechtsform kirchlich anerkannt. 2008 erfolgte die unbefristete Approbati- on seines Statutes, 2011 die kirchliche Anerkennung des bis heute geheim gehaltenen „Katechetischen Direktoriums“ mit schriftlichen Hinweisen der Gründer für die Katechisten-Teams des „Weges“. Schlagwörter Katholische Kirche, Katechumenat, Kirchliche Bewegungen, Neokatechu- menat, Priesterausbildung Summary The Neocatechumenal Way is one of the most influential “movements” in the Roman Catholic Church, comprising more than one and a half million members. 120 local bishops devoted own seminaries to this idea worldwide. Especially Pope John Paul II, but also Pope Benedict XVI and Pope Francis supported it strongly or support it until today, respectively. Nevertheless, critics accuse the “Way” of aspiration to clerical power, an obscure manage- II - 1.2.20 Der Neokatechumenale Weg [The Neocatechumenal Way] Von Bernhard Sven Anuth Editor: Michael N. Ebertz --- Seite 1 Ende --- II - 1.2.20 Der Neokatechumenale Weg 2 Westarp Science – Fachverlage 1 Geschichte und (Rechts-)Gestalt Der Neokatechumenale Weg, kurz auch „Neokatechumenat“ oder nur „Weg“, wird von BeobachterInnen zu den einflussreichsten der sogenannten „Bewegun- gen“ (movimenti) in der römisch-katholischen Kirche gezählt. 1 Seit Anfang der 1970er-Jahre erfreut er sich der Gunst der Päpste. Zuletzt hat Papst Franziskus den „Weg“ anlässlich seiner 50-jährigen Präsenz in Rom 2018 als „ein großes Geschenk Gottes für die Kirche unserer Zeit“ gewürdigt und neokatechumenale Missionsgruppen ausgesandt. 2 1.1 Entstehung, Entwicklung und Verbreitung Als Gründer bzw. „Initiatoren“ des Neokatechumenalen Weges gelten der spanische Maler Francisco „Kiko“ Argüello (geb. 1939) und die Theologin Carmen Hernández (1930–2016). Beide lernten sich 1964 in Palomeras Altas kennen, einer Barackensiedlung am Rande Madrids. Argüello will in einer Privatoffenbarung schon am 08.12.1959 von Maria selbst, am Fest ihrer Un- befleckten Empfängnis, den Auftrag erhalten haben, nach dem Vorbild der Heiligen Familie kleine christliche Gemeinschaften zu bilden. Seit 1963 lebte er in Palomeras Altas unter den Armen. Als Hernández ihn dort 1964 traf, hatte er bereits einen Kreis von Anhängern gewonnen, die seine Katechesen hörten. Hernández schloss sich der Gruppe an und noch im selben Jahr bildete sich die erste Gemeinschaft des später so genannten „Neokatechumenalen Weges“. ment of finances and strong elitism, which is about to divide whole parishes and to resemble a sect-like approach. In the English diocese of Clifton the “Way” was banned in 1997 and bishops in Guam and England restricted its activities in their dioceses quite recently in 2017. Despite all criticism, the “Way” has been ecclesiastically approved in its very own legal form. In 2008 the unlimited approbation of its statutes took place. In 2011, the ecclesiastical approbation of the still secret remaining “Catecheti- cal Directory” followed, providing written notes from the founders for the teams of catechists of the “Way”. Keywords Catechumenate, Catholic Church, Ecclesial Movements, Neocatechumenate, Priestly Formation
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