II - 1.2.15

Katholische Kirche und Medien

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Katholische Kirche und Medien II - 1.2.15 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 57. EL 2018 1 II - 1.2.15 Katholische Kirche und Medien Von Bernhard Remmers Zusammenfassung Römisch-katholische Kirche und Medien in Deutschland: Ein empirisch fundierter Überblick über die publizistische Vielfalt mit und ohne kirchli- che Trägerschaft wird hier gegeben; dabei wird auch auf Sonderrechte und Defizite verwiesen. Schlagwörter Römisch-katholische Medienlandschaft, Katholischer Medienverband (KM), Katholische Nachrichtenagentur (KNA), katholisch.de Summary Roman Catholic Church and media in Germany: An empirically supported overview of the journalistic diversity with and without church sponsorship is provided. The article also refers to special rights and deficits. Keywords Roman Catholic Media Landscape, Katholischer Medienverband (KM), Ka- tholische Nachrichtenagentur (KNA), katholisch.de Die katholische Kirche spielt kräftig im Konzert der Medien in Deutschland mit. Grundlage dafür sind die allgemeine Presse- und Meinungsfreiheit, die Wirtschaftskraft der Kirche dank anhaltend hoher Kirchensteuereinnahmen und gesetzliche Bestimmungen mit weitreichenden Rechten der katholischen wie auch der evangelischen Kirche in Hörfunk und Fernsehen. Die katholische Kirche in Deutschland betreibt eigene regionale wie überregionale Medien sowie eine Nachrichtenagentur, sie liefert Inhalte (Content) für private und öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehsender, sie unterhält in den Kir- chenverwaltungen eigene Medienabteilungen im Sinne einer Unternehmens- kommunikation (Corporate Publishing) und die Kirche engagiert sich mit einer eigenen Journalistenschule, dem Institut zur Förderung publizistischen Nach- --- Seite 1 Ende --- II - 1.2.15 Katholische Kirche und Medien 2 Westarp Science – Fachverlage wuchses (ifp), in der Aus- und Weiterbildung von Journalistinnen und Journa- listen. Hinzu kommen Buchverlage und Buchhandlungen, Filmproduktionen und wissenschaftliche Einrichtungen etwa zu Medienethik und Kommunika- tionswissenschaft. Die katholische Medienlandschaft ist außerordentlich vielgestaltig und damit auch unübersichtlich. Eine zentrale Steuerung der Aktivitäten findet nicht statt. Die katholische Kirche in Deutschland ist in 27 Erzbistümer und Bistümer gegliedert. Diese verantworten eigenständig ihr jeweiliges Engagement in der Medienarbeit. Daneben gibt es als weitere Akteure die Ordensgemeinschaften, katholische Verbände und privatwirtschaftlich organisierte Publikationen, die nicht der Hoheit eines Ortsbischofs unterstehen. Als katholische Medien sollen hier von Katholiken verantwortete Kommunika- tionsmittel verstanden werden, die sich als Instrumente im Dienste der Kirche verstehen oder sich in besonderer Weise an Nutzer richten, die sich für Themen und Positionen katholischer Christen interessieren. Eine Tradition, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht, haben die Print- medien im Umfeld der katholischen Kirche. Vielfach auch von Privatverlagen engagierter Katholiken oder von katholischen Verbänden begründet, wird heu- te die Mehrheit der katholischen Zeitungen von den Bistümern oder anderen kirchlichen Einrichtungen herausgegeben. Vor allem in der Zeit der national- sozialistischen Herrschaft in Deutschland suchten viele Verlage – vergeblich – Schutz vor staatlicher Repression, indem sie ihr Eigentum auf den jeweiligen Bischof übertrugen. Bemessen an ihrer Gesamtauflage immer noch beachtlich sind die Bistums- zeitungen in Deutschland. Ende 2016 kamen die insgesamt 22 Titel auf eine Gesamtauflage von überwiegend im Abonnement verkauften 448.300 Exempla- ren. 1 Diese beeindruckende Zahl kann über die Krise der kirchlichen Wochen- zeitungen allerdings nicht hinwegtäuschen. Zehn Jahre zuvor, also 2006, hatten die Bistumszeitungen noch eine Gesamtauflage von 808.200 Exemplaren, im Jahre 2000 waren es sogar noch 970.000 Exemplare. 2 Zielgruppe dieser Wo- chenzeitungen sind vor allem jene katholischen Familien, die sich weiter aktiv mit ihrer Kirchengemeinde identifizieren und regelmäßig die Gottesdienste besuchen. Das sind etwa zehn Prozent der ungefähr 24 Millionen Katholiken in Deutschland. 3 Mit 55.000 wöchentlichen Exemplaren (Stand 2016) ist die Zeitung im Bistum Münster „Kirche und Leben“ die auflagenstärkste Bistumszeitung. 4100 Ex-
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