Gärten der Religionen I - 25.7
Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 64. EL 2020 1
Zusammenfassung
Der Beitrag fokussiert auf Gärten der Religionen, bei denen es sich in einem
engeren Verständnis um eine bestimmte Form religiös pluraler Außenräu-
me handelt. Diese Anlagen, von denen es in Deutschland zurzeit geschätzt
knapp zehn gibt, verbinden Gartengestaltungen (Beete, Rasenflächen, Wege)
mit einer multi- bzw. interreligiösen Thematisierung religiöser Vielfalt im
öffentlichen Raum häufig mittels themenspezifischer Stationen. Im Artikel
werden in Kurzportraits erste Gärten vorgestellt und hinsichtlich ihrer zentra-
len Elemente, Strukturen sowie Funktionen analysiert. Als neuartige Arran-
gements tragen Gärten der Religionen Religion und religiöse Vielfalt in den
öffentlichen Raum und stehen darüber hinaus im Kontext sich zunehmend
materiell niederschlagender interreligiöser Aktivitäten sowie einer steigenden
öffentlichen Sensibilisierung und Aneignung des Themas religiöser Pluralität.
Schlagwörter
Garten, Öffentlichkeit, Raum, religiös plurale Arrangements, interreligiös,
multireligiös, Gestaltung, Ordnungskonzept
I - 25.7 Gärten der Religionen
[Gardens of Religions]
Von Mehmet Kalender
Submitted February 14, 2020, and accepted for publication March 27, 2020
Editor: Rainer Neu
Summary
This article focusses on Gardens of Religions understood as a specific type
of religiously plural exterior spaces. In Germany about almost ten of these
facilities can be found. They link elements of garden design (beds, mea-
dows, paths) on the one hand with placing of the interfaith and multifaith in
the public space on the other often by using thematically specific stations.
First Gardens of Religions will be presented in short profiles in reference
to their central elements, structures and functions. As novel arrangements,
Gardens of Religion carry topics as religion and religious plurality into
public space. Furthermore, they stand in context of an increasing material
realization of interfaith activities and an increasing public sensibility and
adoption of religious plurality as an important issue.
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I - 25.7 Gärten der Religionen
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Westarp Science – Fachverlage
1 Einleitung
Als materiell unterschiedlich ausgestaltete Orte sind in Deutschland nach der
Jahrtausendwende Grünanlagen entstanden, die in der Selbstbeschreibung
zumeist als Garten der Religionen bezeichnet werden und generell auf die
Thematisierung und Abbildung religiöser Vielfalt in der Gesellschaft ausge-
richtet sind. Im Rahmen dieses Beitrags werden grundlegende Informationen
zu diesen als neuartig verstandenen Orten zusammengetragen sowie Konzepte
und Funktionen der Gartenanlagen erörtert. Dabei liegt der Fokus zunächst
auf Abgrenzungen und Verhältnisbestimmungen zu bestehenden Konzepten.
Im Anschluss wird in Form von Kurzportraits eine kleine Bestandsaufnah-
me von Gärten der Religionen in Deutschland vorgenommen, wobei der Blick
besonders auf Entstehungskontexten sowie der gestalterischen Anlage liegt.
Darauf folgt eine Auseinandersetzung mit wichtigen Elementen und Strukturen
dieser Orte sowie ihren Funktionen. Der Beitrag endet mit einem Ausblick auf
mögliche religionswissenschaftliche Forschungsperspektiven auf Gärten der
Religionen.
Die folgenden Ausführungen basieren auf intensiven Feldforschungen vor allem
im Garten der Religionen in Köln sowie in der Welt der Religionen in Hamburg,
woraus umfangreiches Beobachtungs-, Foto- und Interviewmaterial hervorge-
gangen ist.
1
Darüber hinaus wurden die im Beitrag besprochenen Anlagen über
Webpräsenzen und Presseartikel erschlossen. Die Suche nach relevanten Fällen
wurde durch Hinweise aus dem Feld sowie Ergebnisse eines ertragreichen Auf-
rufs nach Hinweisen über die religionswissenschaftliche Mailingliste Yggdrasill
entscheidend unterstützt. Dies förderte zudem ein Spektrum möglicher (The-
men-)Bezüge zu Tage, das für die Erarbeitung dieses Beitrags sehr wichtig war.
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2 Abgrenzungen und Verhältnisbestimmungen
Interkulturelle Gärten
Interkulturelle Gärten existieren in Deutschland seit den 1990er-Jahren und
werden vor allem im Rahmen von Diskursen sozialer Arbeit
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oder der Stadt-
entwicklung
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betrachtet. Ihnen wird Potenzial zur lokalen Integration von
Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe zugesprochen, das sich
Keywords garden, public, space, religiously plural arrangement, interfaith, multifaith,
design, concept of order
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Der vollständige Artikel umfasst 25 Seiten
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