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Der Jakobsweg zwischen Bad Feilnbach und Großholzhausen (Landkreis Rosenheim, Oberbayern)

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Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 54. EL 2017 1 Jthniscel���������������������������������� I - 23.11 I - 23.11 Der Jakobsweg zwischen Bad Feilnbach und Groß - holzhausen (Landkreis Rosenheim, Oberbayern) VON MATTHIAS EGELER Zusammenfassung Der Beitrag illustriert das Potenzial eines Zugangs zu „Religion“ aus einer Land- schaftsperspektive am Beispiel eines Abschnitts des deutschen J akobswegenetzes. Spezifisch wird die etwa sechs Kilometer lange Wegetappe von B ad Feilnbach bis Großholzhausen im oberbayrischen Voralpenland behandelt. Anstelle einer traditionelleren „konfessionellen“ Materialauswahl wird das untersuchte Mate - rial nach dem Kriterium seiner physischen Präsenz im geografisch definierten Landschaftsausschnitt ausgewählt. Dabei zeigt sich, dass an dieser Etappe des Jakobswegs ein auffallend breites Spektrum von Zugängen zu „Religion“ phy- sisch-visuell fassbar wird. Die B reite dieses Spektrums macht deutlich, welches Potenzial eine Annäherung an „Religion“ von der Landschaft – oder allgemeiner von ihrer Präsenz im Raum – her haben kann: Eine Betrachtung von „Religion“ aus einer Raumperspektive kann dabei helfen, einen Querschnitt durch das reli - giöse F eld zu gewinnen, der gerade das Neben- und Miteinander von Strömungen herausarbeitet, die ansonsten als weit voneinander entfernte, vielleicht sogar völlig voneinander getrennte Aspekte dieses F eldes erscheinen könnten. Summary Drawing on the example of a German section of the Camino de Santiago, the contribution illustrates the potential of an approach which studies ‘religion’ from a landscape perspective. Specifically, it draws on the example of a six kilometre stretch between two villages in the foothills of the Alps in Upper Bavaria: B ad Feilnbach and G roßholzhausen. Instead of selecting its material along more traditional ‘denominational’ lines, the approach suggested here defines its corpus by using the criterion of physical, visual presence in a geo- graphically defined section of the landscape. Employing such an approach, it becomes apparent that this stretch of the Camino showcases a remarkably broad spectrum of contemporary religion. The breadth of this spectrum shows the potential of a landscape approach to religion, or more generally an approach that focuses on the presence of religion in space. A study of religion from such a spatial perspective can help to get a cross-section of the religious spectrum which highlights the coexistence and interdependence of religious currents that otherwise might have been viewed as largely unrelated or even entirely distinct. --- Seite 1 Ende --- 2 I - 23.11 ������������������������������������������ L andschaft, wie von der jüngeren landschaftstheoretischen Forschung umfas- send herausgearbeitet worden ist, ist eine kulturelle Schöpfung und ein Träger- medium kultureller Semantiken. Sie ist ein Ensemble von signifikanten Orten, die mit kultureller Bedeutung „aufgeladen“ sind und in ihrer Summe dadurch ein sehr breites Spektrum solcher Bedeutungen abdecken, vermitteln und mit- einander in Zusammenhang setzen können. So findet man in der von einer spezifischen Kultur geprägten Landschaft auch „Religion“ und „religiöse Mo- tive“, deren Analyse wertvolle Einsichten zur Rolle und Präsenz von Religion in dieser Kultur liefern kann. Hiervon ausgehend, wird sich der vorliegende Be des heutigen Jakobswegenetzwerks erfahrbar werden; für die Fallstudie aus- gewählt wurde der ca. sechs Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Bad FeGroßholzhausen (im oberbayrischen Landkreis Rosenheim, etwa 60 Kilometer südöstlich von München, Karte 1). I n der hier vorgelegten Fallstudie soll es dabei weder um die innere Erfahrung einzelner Pilger oder Wanderer noch um lokale Selbstverständnisse gehen, sondern vielmehr um die materiell-visuelle Präsentation von „Religion“, „Re- ligiösem“ und „Spirituellem“, wie sie für einen Durchreisenden gewissermaßen „von der Straße“ aus erfahrbar wird: Wie bietet sich Religiöses und Spirituelles dem Wanderer dar, und welche Streiflichter wirft dies auf das gegenwärtige religiöse Feld des süddeutschen Alpenraums, gerade in touristischem Kontext? Religion wird hier somit nicht als inneres Erleben, als religiöse Praxis oder als Lehrgebäude, sondern als „Teilmenge öffentlicher und materieller Kultur“ (Stausberg) in den Blick genommen. Dieser Perspektive entsprechend, werden im Folgenden einige der an einem ausgewählten Abschnitt eines deutschen Ja- kobswegs physisch-visuell greifbaren Manifestationen von „Religion“ beschrie- ben und miteinander in einem gemeinsamen Kontext betrachtet. Auf Interviews oder eine im engeren Sinne historische Analyse wird bewusst verzichtet, da hier gerade die physisch-materielle Selbstdarstellung einer Landschaft in einer synchronen Momentaufnahme im Zentrum stehen soll. 1Westarp Science � �achverlage
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