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Religion und Religiosität bei Singlefrauen – Die Befunde einer empirischen Interviewstudie

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Religion und Religiosität bei Singlefrauen I - 14.7.4 Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 59. EL 2019 1 Zusammenfassung In diesem Beitrag wird eine empirische Interviewstudie vorgestellt, die erstmalig religionspädagogisch untersucht, wie Singlefrauen ihr Leben ge- stalten und bewältigen und welche Rolle Religion und Religiosität in ihrem Alltagsleben spielen. Nach der Klärung des disparaten Singleverständnisses wird ein kompakter Überblick zu zentralen Ergebnissen der Singleforschung gegeben. Danach wird die empirische Erhebungsmethode mit ihren Inter- viewfragen skizziert. Zentrale Ergebnisse zur Religiosität der Singlefrauen werden thesenartig vorgestellt, anschließend ihre Potenziale und Risiken kritisch diskutiert. Unter anderem zeigt sich, dass die religiöse Suche dieser Frauen dabei deutlich von Motiven der Selbstvergewisserung und Selbstbe- sinnung hinsichtlich des eigenen Lebens motiviert ist. Zudem ist festzustellen, dass das Verhältnis zwischen den befragten Singlefrauen und institutioneller Religion gestört ist. Abschließend werden Aufschlüsse für pastorale Arbeit und religiöse Erwachsenenbildung genannt, die in wechselseitigen Anfragen münden: Inwiefern fordern Singlefrauen die derzeitige Gestalt christlicher Religion heraus? Welche Anfragen können an die religiösen und quasi-religi- ösen Ausdrucksgestalten und Vorstellungen der Singlefrauen gestellt werden? Schlagwörter Single, Gender, Genderforschung, Religion, Religiosität, empirische Inter- viewstudie, Biografieforschung, Religiöse Erwachsenenbildung Editor: Verena Maske I - 14.7.4 R eligion und Religiosität bei Singlefrauen – D ie Befunde einer empirischen Interviewstudie [Religion and Religiosity of Single Women – R esults of an Empirical Interview Study] Von Annegret Reese-Schnitker Summary This article presents an empirical interview study examining for the first time with the focus of religious education how single women organize and manage their lives and what role religion and religiosity play in their daily lives. After clarifying the disparate understanding of being a single, a com- pact overview of central results of research on singles is given. Thereafter, --- Seite 1 Ende --- I - 14.7.4 Religion und Religiosität bei Singlefrauen 2 Westarp Science – Fachverlage 1 Einleitung Ein Single nimmt die Welt anders wahr als ein Mensch, der in einer Paar- beziehung lebt. Der Blick und die Zugänge auf das Leben sind aus dem weit vertrauten und vordefinierten Hafen des Paares oder dem – in der Regel – si- cheren und behüteten Nest der Familie grundlegend andere. Für das Leben des Singles existieren bislang weitaus weniger Strukturen und Regeln. Dies trifft auch auf den kirchlichen Kontext zu, in dem die Sakramente als begleitende Heils ereignisse das Leben in christlicher Ehe mit Kindern strukturieren und die gemeindlichen Angebote und kirchlichen Feste häufig an familiären Be- dürfnissen orientiert sind. Obwohl Singles eine stark wachsende Population der Gesellschaft sind, fielen sie bisher eher wenig in das Blickfeld pastoraler Angebote und religiöser Erwachsenenbildungsarbeit. Religionspädagogische Bildungsarbeit, gezielte Interventionen und offene pasto- rale Angebote innerhalb der Kirche brauchen eine differenzierte Wahrnehmung der vielfältigen Zielgruppen. Meine qualitativ-empirische Studie hat daher eine bestimmte Untersuchungsgruppe ins Zen t rum ihrer Aufmerksamkeit gestellt: kinderlose, alleinlebende Frauen um die 40 Jahre. „Geschlecht“ ist neben der „Lebensform“, dem „Alter“ und möglichen anderen Zuschrei bungen „nur“ eine Kategorie, doch eine sehr entscheidende. Ein Leitsatz dieser Arbeit war daher, für die geschlechtsspezifischen Unterschiede des Individualisierungs prozesses und der Ausprägungen religiöser Individualisierung zu sensibilisieren. the empirical survey method with its interview questions is sketched. Central results on the religiosity of single women are presented in the form of theses, then their potentials and risks are critically discussed. This shows that the religious search of these women is clearly motivated by self-assurance and self-reflection in their own lives. It should also be noted that the relationship between the interviewed single women and institutional religion is disturbed. Finally, conclusions are given for pastoral work and adult religious educa- tion, which lead to the reciprocal questions: To what extent do single women challenge the contemporary form of Christian religion? Which questions can be asked about the religious and quasi-religious expressions and ideas of the single women? Keywords Single, gender, gender research, religion, religiosity, empirical interview stu- dy, biographical research, adult religious education
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