Die Communauté von Taizé I - 14.7.2
Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 55. EL 2018 1
I - 14.7.2 Die Communauté von Taizé
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VON PETER ZIMMERLING
Zusammenfassung
In seinem Artikel „Die Communauté von Taizé“ geht Autor Peter Zimmer-
ling der Geschichte und Theologie des ökumenischen Männerordens auf
den Grund, der die monastische Spiritualität im Protestantismus erneuerte.
Vom evangelischen Gründer Frère Roger geprägt, führt nun der katholische
Theologe Frère Alois als Prior das Erbe seines Vorgängers fort. Auch heute
noch will die Communauté in ihrer gemeinschaftlichen Ausrichtung auf
Christus ein konkretes Zeichen der Versöhnung und Liebe unter der gespal-
tenen Christenheit sein. Beachtenswert ist, wie die Brüder in ihrer Gemein-
schaft Ökumene untereinander leben, ohne mit der jeweils eigenen Tradition
zu brechen. Taizé zieht jährlich zahlreiche Jugendliche unterschiedlicher
Denomination und Herkunft an. Sie lassen sich auf die täglichen Gebete mit
den typischen meditativen Taizé-Gesängen, das gemeinsame Hören auf das
Wort Gottes und auf den von den Brüdern vorgelebten einfachen Lebens-
stil ein, was nicht selten Einfluss auf die persönliche Lebenseinstellung der
Jugendlichen hat.
Schlagwörter
Ökumenische Kommunität, Frère Roger, Gemeinschaft, Taizégebete/-gesänge,
Jugendtreffen
Summary
The author Peter Zimmerling explores the history and theology of the ecu-
menical masculine monastic order in his article "The Communauté of Taizé",
which renewed the monastic spirituality in Protestantism. Initially characte-
rized by the protestant charismatic founder Frère Roger, the catholic theolo-
gian Frère Alois, as the prior, continues the legacy of his predecessor. Even
today, the Communauté aims in its communal orientation towards Christ,
to be a concrete sign of reconciliation and love for the different division
in Christianity. It is worth noting, how the brothers live together in their
communal ecumenism without breaking their own tradition. Taizé attracts
numerous youngsters of different denominations and origins every year. They
commit themselves to daily prayers with the typical meditative Taizé chants,
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I - 14.7.2 Die Communauté von Taizé
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the study of the word of God and the simple life-style of the brothers, which
have a profound influence on their personal attitude towards life.
Keywords
Ecumenical monastic order, Frère Roger, Community, Taizé Prayers, Youth
Meetings
Einleitung
Taizé ist die erste Kommunität,
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die im vergangenen Jahrhundert im Raum
des Protestantismus in der Traditionslinie vorreformatorischer Orden entstand.
Dass es bis heute die bedeutendste Kommunität geblieben ist, verdankt sie
nicht zuletzt den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern und der media-
len Resonanz. Fünf- bis sechstausend Jugendliche und junge Erwachsene un-
terschiedlichster kirchlicher Herkunft und Nationalität, längst nicht bloß aus Europa, bevölkern vor allem in den Sommermonaten das Gelände, um an den gemeinsamen Gebetszeiten, Gottesdiensten und Bibelarbeiten teilzunehmen.
Im Folgenden soll zunächst Taizé als Prototyp der Rückkehr monastischer
Spiritualität in den Raum des Protestantismus dargestellt werden. In einem
nächsten Punkt ist die Geschichte von Taizé zu skizzieren. Dem schließt sich
eine Darstellung der zentralen Merkmale seiner Spiritualität und Theologie an.
Dann ist der Einfluss von Taizé auf die Spiritualität von Jugendlichen zu unter-
suchen. Schließlich soll seine ökumenische Bedeutung herausgearbeitet werden.
Taizé – Prototyp monastischer Spiritualität im Protestantismus
Als ein in der Geschichte der evangelischen Kirche neues Phänomen, stellt Tai-
zé den Prototyp der Erneuerung monastischer Spiritualität im Protestantismus
dar. In ekklesiologischer Hinsicht bedeutete dies die Wiederkehr der vierten
Sozialgestalt von Kirche in den protestantischen Raum.
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Nach dem Verschwin-
den der Orden im Gefolge der Reformation entstanden im Gefolge des Zweiten
Weltkriegs evangelische Kommunitäten, deren Mitglieder nach den sog. evange-
lischen Räten (Ehelosigkeit, Besitzlosigkeit, Gehorsam) zusammenlebten. Den
evangelischen Kirchen in Deutschland fiel es zunächst schwer, mit diesem neuen
Phänomen umzugehen. Auch wenn es bald eine Vielzahl von deutschen kommu-
nitären Gründungen gab, erfolgte erst rund 30 Jahre später deren Anerkennung von Seiten der offiziellen Kirche. 1979 vollzog die EKD mit ihrer Denkschrift Westarp Science – Fachverlage
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Der vollständige Artikel umfasst 17 Seiten
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