Stiftung gegen Rassismus I - 14.6.3
Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 67. EL 2021 1
Zusammenfassung
Die Stiftung gegen Rassismus koordiniert in Deutschland die bundesweiten
Veranstaltungen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus um den
21. März jeden Jahres. Im Jahr 2019 wurden der Stiftung über 1.850 viel-
fältige Veranstaltungen gemeldet, insbesondere von Kommunen, Vereinen,
Schulen, Volkshochschulen, Religionsgemeinden und Gewerkschaften. Dazu
kamen Freitagsgebete in ĂĽber 1.700 Moscheegemeinden, die sich in Gebeten
und Ansprachen der Ăśberwindung von Rassismus gewidmet haben. DarĂĽber
hinaus führt die Stiftung Modellprojekte wie „Prominent gegen Rassismus“,
„Engagiert gegen Rassismus“ oder SCHULTER AN SCHULTER durch und
moderiert den Arbeitskreis „Religionen laden ein“, in dem Vertretungen ver-
schiedener Religionsgemeinschaften bei der Ăśberwindung von Rassismus
kooperieren.
Schlagwörter
Rassismus, Prominent gegen Rassismus, SCHULTER AN SCHULTER,
Religionen laden ein, Antisemitismus, Antimuslimischer Rassismus, Dis-
kriminierung
I - 14.6.3 Stiftung gegen Rassismus
[Foundation against Racism]
Von JĂĽrgen Micksch
Submitted November 11, 2020, and accepted for publication January 04, 2021.
Editor: Udo Tworuschka
Summary
The Foundation against Racism coordinates the nationwide events in Ger-
many for the International Weeks Against Racism around March 21st each
year. In 2019, over 1,850 diverse events were reported to the foundation, in
particular from municipalities, associations, schools, adult education centers,
religious communities and trade unions. There were also Friday prayers in
more than 1,700 mosque parishes, which dedicated themselves to overcoming
racism in prayers and speeches. In addition, the foundation carries out model
projects such as “Prominent against Racism”, “Engaged against Racism” or
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I - 14.6.3 Stiftung gegen Rassismus
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Westarp Science – Fachverlage
0 Einleitung
H
ass und Rassismus bedrohen das friedliche Miteinander. Kontakte mit Men-
schen, die vom Hass betroffen sind, sind entscheidend zur Ăśberwindung von
Rassismus und Gewalt. Die Stärkung einer menschenfreundlichen Gesellschaft
gehört zu den zentralen Anliegen der Stiftung gegen Rassismus. Dem dienen
Projekte wie die Internationalen Wochen gegen Rassismus, Religionen laden
ein, SCHULTER AN SCHULTER oder Prominente gegen Rassismus .
1
 Internationale Wochen gegen Rassismus
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen fasste im Oktober 1966 den Beschluss, den 21. März zum Internationalen Tag zur Überwindung von Ras-
sismus zu erklären. Er erinnert an ein Massaker an der schwarzen Bevölke-
rung, das am 21. März 1960 in Sharpeville in Südafrika stattfand. Die Men-
schen demonstrierten damals gewaltfrei und friedlich gegen die Passgesetze
des Apartheid-Regimes. Von der Polizei wurden an diesem Tag 69 Menschen getötet, darunter acht Frauen und zehn Kinder.
Während dieser Tag in manchen Ländern eine große Bedeutung hat und in
SĂĽdafrika sogar zum Nationalfeiertag wurde, wurde er in Deutschland kaum
beachtet. Die gewaltsamen, völkisch-rassistisch motivierten Übergriffe im Sep-
tember 1991 in Hoyerswerda, später in Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solin-
gen haben viele Menschen schockiert. Bilder brennender Häuser gingen um die
Welt. Erinnerungen an die nationalsozialistische Zeit wurden ins Bewusstsein gerufen. Deutschland wurde als rassistisches Land bezeichnet.
Als Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nas-
sau (EKHN) habe ich mit Freunden in der Migrationsarbeit am 31. August 1994
in Frankfurt am Main den Interkulturellen Rat in Deutschland gegründet. Der Rat hatte das Ziel, sich um „Beiträge zur Überwindung von Fremdenfeindlich-
SHOULDER TO SHOULDER and moderates the “Invite Religions” working
group, in which representatives of various religious communities cooperate in overcoming racism.
Keywords
Racism, Prominent against Racism, Side by Side, Religions Invite, Antise-
mitism, Anti-Muslim Racism, Discrimination
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Der vollständige Artikel umfasst 10 Seiten
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