I - 5.7.7

Praktische Religionswissenschaft – Mein Ansatz

📖 Leseprobe – 2 von 22 Seiten
Praktische Religionswissenschaft. Mein Ansatz I - 5.7.7 Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 79. EL 2024 1 ZusammenfassungZusammenfassung Folgender Beitrag ist eine Reflexion darüber, inwiefern die religionswissen- schaftliche Praxis des Autors unter den Begriff „Praktische Religionswissen- schaft“ zu fassen ist. Der Autor legt dar, dass es nicht seine ursprüngliche Absicht war, Praktische Religionswissenschaft zu praktizieren, da dieser und auch die Begriffe „Angewandte Religionswissenschaft“, „Anwendungs- bezogene Religionswissenschaft“ und „Engagierte Religionswissenschaft“ erst später in seinen Wortschatz kamen und noch etwas später „Engagierte Religionswissenschaft“ und „Interkulturelle Religionswissenschaft“. Somit geht er zuerst retrospektiv vor, in dem er seine zwei Qualifikationsforschun- gen über Buddhismus in Bonn und über die Passung zwischen individuellen Konstrukten und Angeboten der Religionsgemeinschaften bei selbstgewähl- ter Mitgliedschaft in Religionsgemeinschaften, die immer noch häufig als „Sekten“ bezeichnet werden, Merkmale der Praktischen Religionswissen- schaft aufweisen. Zweitens beschreibt der Autor seine aktuelle Arbeit in der Interkulturellen Bildungsarbeit, der er ehren- und hauptamtlich nachgeht, und deren praktisch-religionswissenschaftlichen Implikationen. Letztlich münden seine Überlegungen in einem Ja zur Möglichkeit einer Praktischen Religionswissenschaft als zugleich interdisziplinärer und auch die Grenzen zu nichtwissenschaftlichen Aufgaben in der Gesellschaft überschreitenden Disziplin. SchlagwörterSchlagwörter Praktische/Angewandte/Anwendungsbezogene Religionswissenschaft, Feld- forschung, Buddhismus, Ökumene, sog. „Sekten“, Religionspsychologie, Passung, Interreligiöser Dialog, Interkulturelle Bildungsarbeit, Religions- unterricht I - 5.7.7 Praktische Religionswissenschaft. Mein Ansatz [Practical Comparative Studies on Religions. My Approach] Michael A. Schmiedel Submitted November 01, 2023, and accepted for publication January 10, 2024 Editor: Martin Rötting --- Seite 1 Ende --- I - 5.7.7 Praktische Religionswissenschaft. Mein Ansatz 2© Westarp Science Fachverlag SummarySummary The following article is a reflection on the extent to which the author’s practice in comparative studies on religions can be encompassed under the term “practical studies on religions”. The author explains that it was not his original intention to practice practical studies on religions, as this and the terms “applied studies on religions”, “use-oriented studies on religions”, and “engaged studies on religions” only entered his vocabulary later. So he first proceeds retrospectively, in which his two qualification research studies on Buddhism in Bonn and on the fit between individual constructs and offers of religious communities in self-selected membership in religious communities, which are still often referred to as “cults”, have characteristics of practical studies on religions. Secondly, the author describes his current work in in- tercultural learning, which he pursues on a voluntary and full-time basis, and its practical implications for studies on religions. Ultimately, his considerations result in a yes to the possibility of practical studies on religions as an interdisciplinary discipline that also exceeds the boundaries of non-scientific tasks in society. KeywordsKeywords Practical/applied/use-oriented studies on religions, field research, Buddhism, ecumenism, so-called “cults”, psychology of religion, fit, interreligious dialogue, intercultural learning, religious education Praktische Religionswissenschaft – Begriffsklärung Der Begriff „Praktische Religionswissenschaft“ stammt von Udo Tworuschka, nachzulesen in seinem und Michael Klöckers gleichnamigen Buch. 1 Er unter- scheidet ihn von „Angewandte Religionswissenschaft“ oder auch von „Anwen- dungsbezogene Religionswissenschaft“, wobei der Hauptunterschied für ihn darin liegt, dass in der Angewandten oder Anwendungsbezogenen Religions- wissenschaft das zuvor in einer „Reinen Religionswissenschaft“, also ohne Ziel einer Anwendung erforschte Wissen, in einem außerwissenschaftlichen Feld angewendet wird. Es liegt dort also eine klare Zweiteilung der Wissenschaft vor: 1. Grundlagenforschung als reine Wissenschaft, 2. Anwendung in einem nichtwissenschaftlichen Feld. In der Praktischen Religionswissenschaft dagegen wird zwischen Forschung und Anwendung gar nicht unterschieden, sondern beide Seiten bilden insofern
✂️ Ende der Leseprobe ✂️
Der vollständige Artikel umfasst 22 Seiten