I - 5.7.5

Engagierte Religionswissenschaft

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Engagierte Religionswissenschaft I - 5.7.5 Klöcker/Tworuschka/Rötting: Handbuch der Religionen | 79. EL 2024 1 ZusammenfassungZusammenfassung „Engagierte Religionswissenschaft“ wird in autobiografischer Form in zwei Kontexten dargestellt: theologisch-kirchlich (1960–1994) und soziologisch- politisch (1994–2020): (1) theologisch-kirchlich : Dialog als Lebensstil, Prinzip Verwundbarkeit, Inter-Religiosity, synkretisch Überleben; (2) sozio- politisch: Gesellschaftsingenieur, Faktor Religion in Konflikt-Transformati- onen und Friedens-Verhandlungen. Abschließend sind zwei psychologische Voraussetzungen für praktisch-angewandte Religionswissenschaft erwähnt: Risiko-Bereitschaft und Flair für gesellschaftliche Transitionen. SchlagwörterSchlagwörter Engagierte Religionswissenschaft, Interreligiosität, Inter-Theology, theo- politisch I - 5.7.5 Engagierte Religionswissenschaft [Engaged Religious Studies] Richard Friedli Submitted October 17, 2023, and accepted for publication January 10, 2024 Editor: Martin Rötting SummarySummary „Engagierte Religionswissenschaft“ is presented in autobiographical form in two contexts: theological-ecclesiastical (1960-1994) and sociological-po- litical (1994-2020): (1) theological-ecclesial: dialog as lifestyle, principle of vulnerability, inter-religiosity, syncretic survival; (2) socio-political: social engineer, factor of religion in conflict transformations and peace negotia- tions. Finally, two psychological prerequisites for practical-applied religious studies are mentioned: willingness to take risks and flair for social transi- tions. KeywordsKeywords Engaged Religious Studies, Interreligiosity, Inter-Theology, theo-politic --- Seite 1 Ende --- I - 5.7.5 Engagierte Religionswissenschaft 2© Westarp Science Fachverlag Klaus Hock erwähnt in seiner Einführung in die Religionswissenschaft 1 (2002, 170) meine Praxis und Theorie von Religionswissenschaft, worin „Wertungen und ethische Fragen einen prominenten Stellenwert einnehmen“. Die zukünf- tige Entwicklung werde zeigen, wie sich dieses Modell einer „engagierten Religionswissenschaft“ entfalte, die zwar „jenseits der Theologie“ arbeitet, sich aber dezidiert um „doppelte Distanz“ bemüht – „vom Gegenstand wie von der eigenen Position“ – und das in den jeweiligen wissenschaftlichen Vorgehens- Mein Beitrag „Rückblick in die Zukunft“ für die Festschrift zum 75. Geburtstag von Udo Tworuschka ist ein Halt am Wegrand unse- rer praktischen Religionswissenschaft. Dabei erinnere ich mich an zwei Momente in der Vergangenheit, wo sich unsere Wege gekreuzt haben: • März 2001: anlässlich meines Eröffnungsreferats zu den „Gustav Mensching Vorlesungen für religiöse Toleranz“ an der Friedrich- Schiller-Universität in Jena und im • Dezember 2012: Udo Tworurschkas Laudatio in der Festschrift „Frieden als Beruf“ zu meinem 75. Geburtstag an der Universität Fribourg. Im Jahr 2024 gibt es eine weitere Gelegenheit, um mit Kollege Two- ruschka Rück- und Ausblick zu halten: mit dem „Gesellschaftsingeni- eur“ – wie Peter Berger und Thomas Luckmann in ihrem „Die gesell- schaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ diesen wissenschaftlichen Stil charakterisiert haben. Im Werkzeug-Kasten der Gesellschaftsingenieure habe ich eine Ge- brauchsanleitung gefunden, die drei Leitsätze festhält, denen Udo Tworuschka konsequent gefolgt ist: 1. das Team: Diejenigen, die Wissen generieren und diejenigen, die es anwenden, vertrauen einander. Sie arbeiten transdisziplinär. 2. die Co-Kreation: Auf allen Ebenen, wo es Probleme gibt, handeln sie gemeinsam. Sie sind für die Gesellschaft relevant. 3. die Trennung der Funktionen: Die Rollen der Forschenden und die der politischen Entscheidungsträger sind getrennt. Reziprozität ist aber ihr Rhythmus. Für die kommende Wegstrecke wünsche ich dem Kollegen Udo Two- ruschka in seiner Arbeit weiterhin solche Qualitäten: Kollegialität im Team, schöpferische Energie und entspannende Balance.
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