I - 5.2

Religiöse Pluralisierung seit dem 19. Jhd. zwischen Akzeptanz und Sektenfurcht

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Zwischen Akzeptanz und Sektenfurcht 1-5.2 I - 5.2 Religiöse Pluralisierung seit dem 19. Jahrhundert zwi­ schen Akzeptanz und Sektenfurcht Inhaltsübersicht Allgemeines TEIL I: DIE GEGENWÄRTIGE RELIGIONSGESCHICHTLICHE LAGE 1. Das Aufkommen religiöser Neubildungen in der Neuzeit 2. Die Herausbildung des religiösen Pluralismus in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg 3. Ursprünge und Ursachen der religiösen Pluralisierung 4. Eine Systematik der vorhandenen Strömungen und Gruppen 4.1 nach den Ursprungstraditionen 4.2 nach dem Organisationsgrad 5. Ergebnisse der religiösen Pluralisierung 5.1 Die Implementierung neuer religiöser Ideen und Religionsformen 5.2 Der Durchbruch der Selbst-Religion TEIL II: DEUTUNGSMODELLE DER GEGENWÄRTIGEN RELIGIONS­ GESCHICHTLICHEN LAGE 6. Gesellschaftliche Reaktionen auf den religiösen Pluralisierungsschub 7. Die Sektenterminologie 7.1 Begriffliche Grundlagen: Religion - Kirche - Sekte 7.2 Die apologetische und umgangssprachliche Sektenterminologie 7.3 Gesellschaftswissenschaftliche Begriffe 8. Kritik der Sektenterminologie 8.1 Das Problem der gesellschaftswissenschaftlichen Begriffsbildungen 8.2 Das Problem der apologetischen und umgangssprachlichen Sekten­ terminologie 8.3 Die Ahistorizität der apologetischen und umgangssprachlichen Sekten­ terminologie 9. Eine Widerlegung der pejorativen Inhaltstendenz der Sektenterminologie 9.1 Die Fakten 9.2 Resümee 10. Neutrale und empfehlenswerte Begriffe Literatur Klöcker/Tworuschka: Handbuch der Religionen 3. EL 2000 1 --- Seite 1 Ende --- 1-5.2 Zwischen Akzeptanz und Sektenfurcht I - 5.2 Religiöse Pluralisierung seit dem 19. Jahrhundert zwischen Akzeptanz und Sektenfurcht Von Joachim Süss Allgemeines Die Religionsgeschichte ist in Bewegung geraten, und zwar in einem Ausmaß, das es wohl seit dem Religionspluralismus der Spätantike nicht mehr gegeben hat. Wir erleben, wie seit dem Zweiten Weltkrieg spirituelle Strömungen und Bewegungen sowie Lebenshilfe- und Welterklärungssysteme aller Art nach Deutschland cingewandert oder hier entstanden sind und sich neben den tradi­ tionellen Religionsgemeinschaften erfolgreich ausgebreitet haben. Wir erleben zugleich, wie diese Phänomene mit unverhohlener Skepsis betrachtet werden und pauschal auf Ablehnung stoßen. Die Begriffe und Wendungen, mit denen sie öffentlich etikettiert werden, spie­ geln diese Ablehnung wider: Die Rede ist von „destruktiven Kulten und Sek­ ten“, von „totalitären Organisationen“ und „psychomutatorischen Gruppen“, um nur einige der gängigen Bezeichnungen zu nennen. Sie signalisieren, wie sehr die jüngsten religionsgeschichtlichen Entw icklungen als gesellschaftliches Pro­ blem, ja als Gefahr für den einzelnen und die öffentliche Ordnung wahrgenom­ men werden. Zu recht? Wie steht es mit dem Wirklichkeitsgehalt solcher Wen­ dungen? Werden sie der neuen Religiosität tatsächlich gerecht? Um diese Fragen beantworten zu können, ist zunächst ein Überblick über den gegenwärtigen Religionspluralismus in unserem Land nötig. Erst die Kenntnis­ nahme der religionsgeschichtlichen Situation nämlich erlaubt eine kritische Sich­ tung und inhaltliche Bestimmung der Termini, die auf sie bezogen werden. Des­ halb ist der vorliegende Beitrag in zwei Teile gegliedert. Teil I beginnt mit einer Analyse der gegenwärtigen religionsgeschichtlichen Lage in Deutschland und ihrem Zustandekommen. Es folgt eine Skizze der Ursprün­ ge und Ursachen des Pluralisierungsvorgangs sowie eine Systematik der vor­ handenen Gruppen und Strömungen (1-3). Dieser Teil schließt mit einer Darle­ gung der substantiellen und formalen Veränderungen, die dieser Prozeß auf re­ ligiösem Gebiet nach sich zog (4-5). Teil II leitet mit einer Beschreibung der öffentlichen Reaktionen auf die neue Religiosität zum Komplex der Deutungen über (6). Die Bestimmung der ein­ schlägigen umgangssprachlichen und wissenschaftlichen Begriffe und Wendun­ gen erfolgt auf dieser Grundlage (7). Sie werden anschließend kritisch auf ihren historischen Gehalt und ihre Angemessenheit hin untersucht (8-9). Der Beitrag endet mit einer Präsentation neutraler und aus religionswissenschaftlicher Sicht zu empfehlender Termini (10). 2 Westarp Science - Fachverlage
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