Neuanfang und Rückbesinnung. Das liberale Judentum in Deutschland nach der Schoa
New Beginnings and Recollections. Liberal Judaism in Germany after the Shoah
📝 Zusammenfassung
2022 feierten wir 250 Jahre liberales Judentum. Dafür ausschlaggebend ist ein Responsum Moses Mendelssohns vom 9. Juni 1772 zur Frage der schnellen Beerdigung, das zur Wegscheide zwischen Traditionalisten und Modernisten wurde: Mendelssohn plädierte damals im Sinne von Akkulturation und im Geiste der Reform für ein †berdenken des überkommenen Brauchs. Der Eintritt der deutschen Judenheit in die Moderne eröffnete Freiräume, die im Judentum die heute bekannten Strömungen hervorbrachte. Ziel war, Tradition und Moderne in die Balance zu bringen. Von Deutschland aus verbreitete sich die jüdische Reformbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts nach Nordamerika, wo das liberale Judentum ebenso wie im Deutschen Reich bald zur dominanten jüdischen Denomination wurde. Nach der Schoa fanden sich liberale Juden und Jüdinnen in Deutschland als Minderheit in der Minderheit wieder; die kleine jüdische Gemeinschaft setzte sich nun größtenteils aus Displaced Persons aus Osteuropa zusammen, die ganz andere Traditionen mitgebracht hatten. Dieser Beitrag will zeigen, dass das liberale Judentum auch nach 1945 präsent und prägend für die sich konsolidierende jüdische Gemeinschaft war, gerade auch in den Jahrzehnten vor seiner erneuten Institutionalisierung. Um es mit den Worten von Rabbiner Leo Baeck von 1946 zu sagen: äDie Idee bleibt, um in neuen Formen weiterzuwirken.";Befreiung, BÖnai BÔrith, Displaced Persons, Hebrew Union College, Hochschule für Jüdische Studien, Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Jewish Agency, Jewish Relief Units, Joint Distribution Committee, Leo Baeck College, liberales Judentum, Militärrabbiner, Nachkriegsdeutschland, orthodoxes Judentum, Union progressiver Juden in Deutschland, U.S. Army, World Union for Progressive Judaism, Zentralrat der Juden in Deutschland;In 2022 we celebrated 250 years of liberal Judaism. The decisive date for derives from a responsum by Moses Mendelssohn of June 9, 1772, on the question of quick burial, which became the dividing line between traditionalists and modernists: At the time, Mendelssohn pleaded for a rethinking of the traditional custom in the spirit of acculturation and reform. The entry of German Jewry into the modern world provided open spaces and opportunities, which gave rise to the Jewish denominations we know today. The goal was to bring tradition and modernity into balance. From Germany, the Jewish reform movement spread to North America in the mid-19th century, where liberal Judaism soon became the dominant Jewish denomination, just as it had in the German Reich. After the Shoah, liberal Jews found themselves in the minority in Germany
📝 Summary
BÔnai BÔrith, Central Council of Jews in Germany, Displaced Persons, Hebrew Union College, Hochschule für Jüdische Studien, Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Jewish Agency, Jewish Relief Units, Joint Distribution Committee, Leo Baeck College, Liberal Judaism, Liberation, Military Chaplains, Postwar Germany, Orthodox Judaism, Union of Progressive Jews in Germany, U.S. Army, World Union for Progressive Judaism
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