III-2.3

Katlewski, Religiöses Denken im Judentum

1997 6 Seiten

Religiöses Denken im Judentum Auch wenn es richtig ist, daß das rabbinische Judentum sich mehr mit den von der göttlichen Willensoffenbarung herkommenden Handlungsorientierungen beschäftigt und versucht hat, diese in Normen und Gesetze umzusetzen, so ging das - wie oben gezeigt wurde - nicht völlig ohne bestimmte theologische Refle­ xionen. Bestimmte kognitive Voraussetzungen mußten formuliert werden und immer von neuem im Wandel der Zeit durchdacht werden! Fragen nach der Natur, Person und Manifestation Gottes, nach der Beziehung zwischen Gott und Geschichte, über das Böse und die Willensfreiheit des Menschen oder nach der Erlösung und der damit verbundenen Eschatologie verlangten eine Antwort. Nur hat die klassische Tradition hierin eher ein zweitrangiges Unternehmen gesehen, das auf keinen Fall - wie im Christentum etwa - Anlaß zur Dogmen­ bildung gab. Das wurde allerdings in der Auseinandersetzung mit dem Christen­ tum, dem Islam - und hier war es vor allem die Theologie des Kalam - …

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