III-1

Katlewski, Judentum – Einleitung

2009 3 Seiten

Einleitung HEINZ-PETER KATLEWSKI Präzise Zahlen zur Mitgliederentwicklung in den jüdischen Gemeinden des deutschsprachigen Raums gibt es nur für Deutschland. 1990 waren hier nicht einmal 30 Tausend Juden organisiert. Durch die Zuwanderung von sog. Kontingentflüchtlingen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben sich die Zahlen mehr als verdreifacht. Dabei hat sich die Mehrheit der rund 200 Tausend Neuankömmlinge - die Zahlenangaben schwanken - nicht einmal in den Gemeinden angemeldet. Und die, die es taten, brachten kaum Kenntnisse über die Lehren ihrer Religion mit und waren auch mit ihren Bräuchen nicht vertraut. Schaut man die Mitgliederstatistik genau an, haben wir es zudem mit einer auf den Kopf gestellten Alterspyramide zu tun - Ende 2008 waren mehr als 60 Prozent der Gemeindemitglieder über 50 Jahre alt. Dennoch haben diese „Neuen“ schon durch ihre bloße Anwesenheit die jüdische Gemeinschaft in Deutschland belebt und grundsätzlich verändert. Nachdem sich Mitte der Neunzigerjahre die Mitgliederzahlen annähernd verdoppelt …

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