Just, Kirchenasyl
Kirchenasyl Wolf-Dieter Just Was ist „Kirchenasyl“? Kirchenasyl ist die zeitlich befristete Aufnahme von Flüchtlingen in den Räumen einer Kirchengemeinde, denen bei einer Abschiebung in ihr Herkunftsland Folter, Tod oder menschenrechtswidrige Härten drohen.1 Es soll Zeit gewonnen werden, damit das Schutzbegehren des Flüchtlings noch einmal sorgfältig unter rechtlichen, sozialen und humanitären Gesichtspunkten geprüft werden kann. Oft gelingt der Nachweis, dass Entscheidungen von Behörden revisionsbedürftig sind und ein neues Asylverfahren Erfolg versprechend ist. In jedem Fall werden die zuständigen Behörden über den Aufenthalt des Flüchtlings informiert. Kirchen verstehen Kirchenasyl als „ultima ratio“: Bevor es gewährt wird, sollten alle Möglichkeiten, die der Rechtsstaat bietet, um den betroffenen Flüchtlingen Schutz zu gewähren, erschöpft sein. Unterschieden werden offene, stille und geheime Kirchenasyle. Beim offenen Kirchenasyl wird durch die Medien über die Aufnahme der Flüchtlinge in kirchlichen Räumen informiert. Man versucht, die Öffentlichkeit von deren Schutzbedürftigkeit zu überzeugen und so einen staatlichen Zugriff zu erschweren. Beim …
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