Hutter, Identität und ethnisches Christentum
Identität und ethnisches Christentum: Religionswissenschaftliche Bemerkungen zur Erforschung und Präsenz christlicher Gemeinden außereuropäischen Ursprungs im deutschsprachigen Raum MANFRED HUTTER Der Gemeinschaftscharakter von Religion(en) spielt für die Prägung und Stärkung von Identität eine wichtige Rolle, auch wenn die Religionszugehörigkeit allein kein signifikanter Identitätsfaktor ist. Für Christen außereuropäischen Ursprungs bedeutet dies, dass sie zwar eine „christliche Identität“ aufweisen, die sie mit der christlichen Mehrheit in Deutschland verbindet, allerdings sind Herkunft und ethnische Zugehörigkeit ebenfalls entscheidende Parameter, die eine grundlegende Differenzierung, gelegentlich auch Abgrenzungen hinsichtlich der jeweiligen „religiösen“ Identität einer Gemeinschaft schaffen. Daher ist es notwendig, dass sowohl die Evangelische Kirche (vgl. II - 6.1.1) und die Römisch-Katholische Kirche (vgl. II - 6.1.2) sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt um die konfessionelle pastorale Betreuung von Christen, die aus einem von Deutschland unterschiedenen kulturellen Milieu stammen, kümmern. Dabei können auch mögliche Spannungen entstehen zwischen der „einen“ Kirche, in der es dogmatisch keine „Nebenkirchen“ oder …
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