Fügmann, Zeitgenössisches Germanisches Heidentum in Deutschland
Zeitgenössisches Germanisches Heidentum in Deutschland DAGMAR FÜGMANN Die Zahlen des statistischen Bundesamtes bezüglich Religionszugehörigkeiten in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Galten 1987 noch 15,5 Prozent der Bevölkerung als konfessionslos, liegt der Anteil derer, welche die Angabe „sonstige“ oder „keine“ auf die Frage nach ihrer Religion machten, im Jahr 2011 bereits bei 38 Prozent.1 Zu der Gruppe der „Sonstigen“ zählen auch Anhänger neuerer, alternativer Modelle von Religion, die zunehmend an Popularität gewinnen. Manche dieser alternativ-religiösen Gruppierungen berufen sich auf ein spirituelles bzw. religiöses europäisches Erbe. Es entstehen immer wieder Versuche einer Etablierung von Religionsformen, die sich auf dieses Erbe beziehen. Zeitgenössische germanisch-heidnische Ansätze gehören mit in dieses Feld. Vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten kann man in Deutschland eine Vervielfältigung heidnisch-germanischer Religionsentwürfe, vor allem in Bezug auf sogenannte Ásatrú-Gemeinschaften, beobachten. Der Neologismus Ásatrú lässt sich sinngemäß mit „Asentreue“ oder „Glaube an die Asen“2 übersetzen und dient verschiedenen Gruppierungen als Selbstbezeichnung …
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