Ebertz, Frauen und die katholische Kirche in Deutschland
Frauen und die katholische Kirche in Deutschland II - 1.2.8 MICHAEL N. EBERTZ Männerkirche - Frauenkirche Obwohl sich die römisch-katholische Kirche, kirchenrechtlich gesehen, nach wie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil als eine Gesellschaft von Ungleichen auch „innerhalb des Laienstandes“ charakterisieren lässt, also ihrem ständischen Aufbau zufolge eine „Geschlechterhierarchie“ darstellt, ist in den letzten 50 Jahren erkennbar, dass immer mehr der von Ehrenamtlichen beackerten Felder in der Kirche, ja Kirchlichkeit generell, von einer „Feminisierung“ erfasst wurden. Alle statistischen Befunde, die wir haben, deuten - übrigens auch in den evangelischen Kirchen - auf eine schwächer ausgeprägte kirchliche Religiosität von Männern hin. Immer wieder zeigt sich das gleiche Bild (s. hierzu und im Folgenden Lukatis/Sommer/Wolf 2000): Frauen sind - trotz jener „Verschiedenheit der gleichwertigen Geschlechter“ im katholischen Kirchenrecht - eher kirchlich gebunden und fühlen sich stärker mit der Kirche verbunden. Überhaupt ist die Wahrscheinlichkeit, auf eine konfessionslose Frau zu treffen, geringer als die …
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