Dreßler, Schleßmann, Sufismus in Deutschland
Sufismus in Deutschland MARKUS DREßLER UND LUDWIG SCHLEßMANN Einleitende Bemerkungen Die Spuren des Sufismus lassen sich in Deutschland bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen. Waren seine Anhänger, die Sufis, hierzulande zunächst vor allem Deutsche, die einem Sufi-Scheich ( schaikh , „Ältes - ter“) folgten, so änderte sich dies mit der zunehmenden Migration von Muslimen in die Bundesrepublik in den 1960er und 1970er Jahren. Der Sufismus in Deutschland bekam neue Impulse, und unterschiedlichste Traditionen begannen sich zu etablieren. Die wichtigsten Sufi-Gemeinschaften mit vorwiegend deutschen Mitgliedern, die zum Islam konvertierten, entstanden erst in den 1970er und 1980er Jahren. Die religionsgeschichtlich nachweisbaren Anfänge des Sufismus, der als religiöses Ziel das Entwerden des menschlichen Selbst in Gott (fana) anstrebt, finden sich bei den weltverneinenden, asketischen Reformern des 8. und 9. Jahrhunderts u.Z., die ob ihrer einfachen Kleidung aus grober Wolle (suf) Sufis genannt wurden. Die ersten Sufi-Orden (tariqa) bildeten sich im 12. …
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