Kehl-Bodrogi, Die Aleviten
Die Aleviten KRISZTINA KEHL-BODROGI Als Aleviten (türk.: Alevi, arab.: Alawi) werden in der islamischen Welt Angehörige verschiedener religiöser Gruppen bezeichnet, die Ali, dem Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed, eine göttliche Natur zuschreiben. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Glaubens gemein - schaft der bis ins frühe 20. Jh. noch unter der Bezeichnung Kızılbaş (türk.: „Rot kopf“) bekannten Aleviten in der Türkei. Der Anteil der Aleviten an der Gesamtbevölkerung der Türkei beträgt Schätzungen zufolge zwischen 20 bis 25 %. Bezüglich ihrer ethnisch-sprachlichen Zugehörigkeit bilden sie eine heterogene Gruppe: annähernd zwei Drittel der Aleviten sind türkisch-, die übrigen kurdischsprachig. Die traditionellen Wohngebiete türkischer Aleviten sind Zentralanatolien und Teile der mediterranen Küstenregion. Kurdische Aleviten konzentrieren sich in der Provinz Tunceli und den angrenzenden Gebieten Ostanatoliens. Politisch und ökonomisch bedingte Abwanderungen in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s führten allerdings dazu, dass der Großteil der Aleviten heute die westlichen Groß - städte …
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