III-13.2

Nonn, Antisemitismusforschung: Überblick über historische Ansätze

📅 2011 📄 26 Seiten

Antisemitismusforschung: Überblick über historische Ansätze Von Christoph Nonn Der Begriff „Antisemitismus“ ist während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. In deutscher Sprachwissenschaft und Völkerkunde wurden damals alle ehemaligen und aktuellen Bewohner des Nahen Ostens als „Semiten“ bezeichnet. Da der Antisemitismus sich nur gegen die vor zwei Jahrtausenden aus Palästina vertriebenen Juden richtete, hat man den Begriff oft als unpräzise kritisiert. Alle Versuche, ihn durch treffendere Alternativen zu ersetzen, blieben aber erfolglos. Antisemitismus und Religion Wesentlich zur Verbreitung des Begriffes „Antisemitismus“ beigetragen hat der deutsche Publizist und Politiker Wilhelm Marr, der selbst Antisemit war. Marr definierte den Antisemitismus 1879/80 als eine angeblich neuartige, rassistisch motivierte Judenfeindschaft, die er ausdrücklich von religiös begründetem Antijudaismus früherer Epochen unterschieden wissen wollte. Aus dem Deutschen wurde der Begriff schnell in andere Sprachen übertragen, bürgerte sich aber entgegen Marrs Definition im In- und Ausland fast sofort als Bezeichnung für die verschiedensten Formen von aktueller und …

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