Katlewski, Organisationsformen des Judentums – Die Situation in Israel
Die Situation in Israel Im modernen Israel gibt es keine strikte Trennung von Staat und Synagoge. Durch Weiterführung des aus der osmanischen Zeit stammenden Millet [„Nation“]-Systems bis in unsere Gegenwart gibt es ein quasi staatliches Rabbinat. Das multi-ethnische und multi-religiöse Osmanenreich hatte als offi ziellen Führer der jüdischen Gemeinden den Hacham Baschi („Gelehrtes Ober haupt“) anerkannt, ein Titel, den der sephardische Oberrabiner in Palästina bis 1918 führte. Gleichzeitig nannte sich der in Jerusalem residierende sephardische Oberrabbiner seit dem 17.Jh. Rischon le-Zijon, „Erster in Zion“ (vgl. Jes 41,27). In britischer Mandatszcit entstand dann 1921 durch Errichtung auch eines aschkenasischen Oberrabbinats das duale Oberrabbinat Israels mit je einem sephardischen und aschkenasischen Oberrabbincr. Die derzeitigen, 1993 für zehn Jahre gewählten Amtsinhaber stehen an der Spitze einer Institution, der rund 630 Stadt- und Bezirksrabbincr angehören, die Dajanim oder Richter an Rabbinatsgerichten sowie am obersten Rabbinatsgerichtshof und schließlich die Raschei Jeschivot, die Oberhäupter der 7b//zmd-Hochschulen …
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