Katlewski, Das Gesetz: vom Lernen der Tora zur Rechnungslegung
4 Das Gesetz: vom Lernen der Tora zur Rechnungslegung Die Halacha (siehe S. 2) umfaßt alle Aspekte des Lebens für den gesetzes treuen Juden. Folglich kann der letzte orthodoxe Oberrabbiner von Hamburg, Joseph Zwi Carlebach (1883-1942), der in einem Konzentrationslager bei Riga ermordet wurde, schreiben: „Jude sein heißt durch die unablässige, dauernde, immer vertiefte Erkenntnis des Gesetzes diejenige Objektivität gegen sich selbst erwerben, die den Kon flikt zwischen Natur und Freiheit nach den wirklichen ungeheuren Kräften der Menschenseele zur Entscheidung bringt“ (Carlebach, 1936, S. 8f.). Auch wenn Gesetz und Ethik im Judentum nicht identisch sind, so haben je doch moralische Normen, die auf ein bestimmtes Verhalten des Menschen ab zielen, Aufnahme in die 7bra gefunden. Für Samson Raphael Hirsch (1808-1888), den deutschen Rabbiner und Be gründer der „Neo-Orthodoxie“, steht es außer Zweifel, daß das Ziel des Lebens die Gerechtigkeit ist, welche eben die Tora erläutern will. Nur sie vermag die …
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