Grethlein, Gottesdienst und Liturgie/Liturgik aus protestantischer Sicht
Gottesdienst und Liturgie/Liturgik aus protestantischer Sicht Von Christian Grethlein Einführung: Begriffsklärungen Bereits die Stichworte des Artikels lassen Weite und zugleich sachliche Probleme des hier zu Behandelnden ahnen.1 Im Neuen Testament gibt es keinen eindeutigen Begriff für Gottesdienst. Dies ist kein Zufall, sondern weist auf den grundsätzlich neuen, gegenüber überkommenen kultischen Vorstellungen kritischen Ansatz der frühen Christen in ihrer gemeinschaftlichen Kommunikation mit Gott hin. Seit dem 13. Jahrhundert bezeichnet Gottesdienst (gods dienst) die „Gottesverehrung im Allgemeinen und deren Äußerungen in religiösen Akten“ und wird im Weiteren zunehmend auf die Eucharistiefeier spezifiziert.2 Vor allem Martin Luther nahm Gottesdienst als Bezeichnung für das gemeinschaftliche Hören und Feiern des Wortes Gottes auf. Dabei schwang bei ihm das Wissen um den ethischen, auf das ganze Leben gerichteten Zusammenhang von Gottesdienst im Hintergrund mit, wie er sich bereits in Röm 12,1 f. findet. Zusammengehörigkeit von und Spannung zwischen kultischem und ethischem Handeln gehören demnach grundlegend zum …
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