Steinhauer, „Nachkonziliarer Traditionalismus“ in der katholischen Kirche
„Nachkonziliarer Traditionalismus“ in der katholischen Kirche Von Eric W. Steinhauer 1. Begriff Als „nachkonziliare Traditionalisten“ werden mit Bezug auf die römisch-katholi sche Kirche nachfolgend diejenigen Gruppen und Personen bezeichnet, die dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) und den nachkonziliaren Reformen kritisch bis offen ablehnend gegenüberstehen. Diese Haltung manifestiert sich am sinnfälligsten in der Feier der vorkonziliaren Liturgie (tridentinische Messe, Priesterweihe nach alter Ordnung etc.). Abzugrenzen sind die Traditionalisten von konservativen und lehramtstreuen Gruppen innerhalb der katholischen Kir che, wie etwa dem Opus Dei, denn diese Gruppen billigen bei aller Kritk an neueren Strömungen in Theologie und Kirche das Konzil und seine Reformen ausdrücklich. Teilweise wird auch hier von „Traditionalisten“ gesprochen (Hertel 2000). Wegen der völlig unterschiedlichen Haltung zu Konzil und erneuerter Liturgie ist eine derart weite Begrifflichkeit aber abzulehnen. Überhaupt ist der Begriff „Traditionalismus“ selbst schon problematisch. Nicht nur, weil er inner halb der katholischen Theologie bereits semantisch besetzt ist und …
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