Ebertz, Gotteshäuser an der Autobahn
Orte für religiöses Gedenken Gotteshäuser an der Autobahn Michael N. Ebertz Autobahnen gehören vermutlich - neben den Banken und Börsen - zu denjenigen Sozialstrukturen, die am stärksten säkularisiert sind.1 Und doch siedeln sich an diesem hochgradig verweltlichten „Ort automobiler Inklusion“2 Gebäude an, die als architektonische Räume spezifisch religiöser, ja christlicher Art erkennbar sind. Sie gelten einigen als ausgezeichnete Form missionarischer Präsenz der Kirchen in der säkularen ‚Welt‘, sozusagen als Zeichen eines Gegenprogramms zu einem einseitigen kirchlichen „Entweltlichungs“-Postulat.3 Aber ist das so? In einer der über 30 deutschen Autobahnkirchen (ABK) - derzeit 15 Autobahnkapellen und 24 Autobahnkirchen - kann man ganz allein sein, aber auch viele Menschen finden, die ihre Fahrten unterbrechen. Die Wahrscheinlichkeit, dort einem jungen Mann zu begegnen, ist größer als die Wahrscheinlichkeit, eine junge Frau anzutreffen. Unter den Besuchern der ABK dominieren Männer, und zwar in allen Altersklassen, besonders aber unter den Jungen, den 30- bis 39-Jährigen und …
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