I-23.2

Scholten, Der Mars-Camulus-Stein

2012 13 Seiten

Der Mars-Camulus-Stein Von Helga Scholten Ein Beispiel für die (gebrochene) Kontinuität heiliger Orte und ihrer Kultgegenstände trotz tief greifender politischer, gesellschaftlicher und religiöser Wandlungsprozesse ist der Mars-Camulus-Stein in Kleve-Rindern (Niederrhein). Die Geschichte dieses Altarsteins aus römisch-keltischer Zeit lässt sich in wesentlichen Etappen über die Frühzeit der Christianisierung in fränkischer Zeit und das ausgehende Mittelalter bis in die Gegenwart nachverfolgen. Heute steht der Mars-Camulus-Stein als Altar in der katholischen St. Willibrord-Kirche in Rindern. Die Inschrift auf seiner Vorderseite weist ihn als einen Weihestein aus der Zeit des römischen Kaisers Nero (54-68 n. Chr.) aus. Bürger aus Reims, cives Remi , die sich wahrscheinlich in der vorcoloniazeitlichen Siedlung bei Xanten aufhielten, hatten ihrem keltischen Hauptgott Camulus diesen Altarstein zum Heil des Kaisers Nero geweiht.1 In seiner ursprünglichen Gestalt stellt der Stein ein eindrucksvolles Zeugnis der spezifischen Ausprägung religiöser Verhältnisse in der römischen Provinz dar. Religionsgeschichtlicher Kontext Die römische Okkupation wirkte sich nicht …

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